Oberpfalz & Bayern 11.07.2012, 11:33 Uhr

Steilvorlage für die SPD

Die Staatskanzlei erfindet neue Namen für Oberpfälzer Städte – und gibt das „Büroversehen“ mit einem Augenzwinkern zu. Die SPD nimmt die Steilvorlage dankend an, schließlich hatte die CSU auch immer wieder über Christian Udes Geografiekenntnisse gewitzelt.

Schon mal in Schwarzdorf gewesen? Oder im Landkreis Amberg-Imsbach? Die Mitarbeiter der bayerischen Staatskanzlei, die diese Ortsnamen erfunden haben, sollten wohl ihre Geografiekenntnisse ein bisschen aufbessern.

Schon mal in Schwarzdorf gewesen? Oder im Landkreis Amberg-Imsbach? Die Mitarbeiter der bayerischen Staatskanzlei, die diese Ortsnamen erfunden haben, sollten wohl ihre Geografiekenntnisse ein bisschen aufbessern.

Von Christine Schröpf, MZ

München. Rache ist süß. Seit Monaten frotzelt die CSU über die ausbaufähigen Geografiekenntnisse des Münchner OB Christian Ude, der bei der Landtagswahl 2013 Ministerpräsident Horst Seehofer aus dem Amt verjagen will. Nun hat sich die Staatskanzlei selbst einen Lapsus geleistet. In einer Antwort auf eine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl zu einem Oberpfälzer Kinderfest mit Seehofer am 22. Juli wird der Landkreis Amberg-Sulzbach zu „Amberg-Imsbach“, Schwandorf zu „Schwarzdorf“ und die Metropole Regensburg zur „Marktverwaltung Regensburg“.

Karl nahm die Steilvorlage am Dienstag sofort auf. In der Staatskanzlei hapere es offenbar am Wissen über Regionen jenseits von Oberbayern. „Ich hoffe, Ministerpräsident Seehofer und seine Begleitung aus der Staatskanzlei nutzen den Besuch in der Oberpfalz dazu, ihre Kenntnisse der Region zu vertiefen. Bayern hört nicht an der Donau auf!“, reagierte sie.

Auf Oberbayern fokussiert? Keine Ahnung vom Rest Bayerns? Es sind exakt die süffisanten Bemerkungen, die sich Ude einhandelte, als er mehrfach bei den fränkischen Gefilden danebenlag. Aschaffenburg verortete er fälschlicherweise in Oberfranken, Bamberg verpasste er 200.000 Einwohner – und damit rund 130.000 zu viel. Auch bei Bad Kötzting irrte er – aus frühen Kindheitserfahrungen sortierte er die Stadt nach Niederbayern.

Der Pressesprecher der CSU-Landtagsfraktion, Franz Stangl, brachte dazu im März eine Persiflage im Umlauf. Er zeichnete eine spezielle Ude-Bayernkarte, die von CSU-Abgeordneten fleißig im Internet verbreitet wurde. München nahm in der Karte fast die Hälfte Bayerns ein. Bamberg war ebenfalls überdimensioniert. Ein fiktives „Niederfranken“ war ebenso zu finden, wie eine „Dritte Startbahn nach Mykonos“, Udes Lieblingsurlaubsziel. Keine Überraschung also, dass die SPD-Abgeordnete Karl beim Antwortschreiben aus der Staatskanzlei kein Auge zudrückte und die Geografie-Fehler öffentlich machte.

Die Staatskanzlei reagierte mit Humor und suchte erst gar nicht nach Ausreden. „Das ist blöderweise in die Post gegangen. Es war ein Büroversehen“, sagte ein Sprecherin. Die Fehler seien erst bemerkt worden, als das Schreiben schon unterwegs gewesen sei. Die Abgeordnete Karl habe inzwischen eine neue und korrekte Fassung erhalten.

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