Oberpfalz & Bayern 17.10.2012, 18:53 Uhr

Ude überrascht mit Bürgerentscheid

Gute Nachrichten für die Bürgerinitiative „München Pro22“ – die Initiatoren streben allerdings eine frühere Befragung über die Winterspiele 2022 an.

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Christian Ude (l) und DOSB-Präsident Thomas Bach streben einen späteren Zeitpunkt des Bürgerentscheids an als „Pro München 22“. Foto: dpa/Archiv

Christian Ude (l) und DOSB-Präsident Thomas Bach streben einen späteren Zeitpunkt des Bürgerentscheids an als „Pro München 22“. Foto: dpa/Archiv

München. Als Mario Schmidbauer seinen Stift wieder vom Blatt setzte, mit dem er die erste Unterschrift leistete, da wollte sein Strahlen nicht mehr aus seinem Gesicht weichen. So glücklich und auch ein wenig stolz war der Münchner CSU-Stadtrat am Mittwochmittag über seinen gelungenen Auftritt im Ratskeller. Wenige Minuten vorher hatte er die Unterschriftenaktion für eine Münchner Bewerbung für die Winterspiele 2022 offiziell vorgestellt.

Das Ziel der Bürgerinitiative „München Pro22“, die Schmidbauer als Privatperson („Ich will mein Amt nicht dafür missbrauchen“) gemeinsam mit Knut Föckler (Vorstandsvorsitzender von Keine Macht den Drogen) und Hans-Ulrich Hesse (Münchner Kreischef des Bayerischen Landes-Sportverbandes) ins Leben gerufen hat, ist ehrgeizig.

Münchner Chancen stehen so gut wie noch nie

Mindestens 35.000 Unterschriften sind erforderlich, um ein Bürgerbegehren auf den Weg bringen zu können. Bekannt waren Schmidbauers Pläne bereits in der vergangenen Woche geworden, nun ist der offizielle Startschuss erfolgt. Bis Mitte Januar soll das Quorum erreicht sein, damit der Stadtrat über die Zulässigkeit der Aktion entscheiden kann. Stimmt er zu, dann könnte es bereits Ende April, Anfang Mai zu einem Bürgerentscheid kommen. „Wir hoffen, dass wir die Unterschriften schnell zusammen bekommen“, sagte Schmidbauer, „weil die Chancen für Winterspiele in Bayern noch nie so gut standen, nachdem die USA auf eine Bewerbung verzichtet hat.“

Schmidbauers Unterschriftenaktion hatte in Bayern zuletzt eine hitzige Debatte ausgelöst. Neben Befürwortern wie CSU-Sportminister Ludwig Spaenle („Zweifler und Zauderer gibt es genug“) war vor allem das Nein von Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) zu vernehmen. Der designierte Spitzenkandidat für die Landtagswahl, zuvor ein großer Verfechter der Bewerbung für 2018, lehnt eine Bürgerbefragung strikt ab - zum jetzigen Zeitpunkt wohlgemerkt. Im Bayerischen Rundfunk kündigte er am Mittwochabend nun überraschend einen Bürgerentscheid für den 10. November 2013 an. „Dann wissen wir alle grundlegenden Dinge“, sagte der 64 Jahre alte Ude. Bis zu diesem Zeitpunkt könne man die Unterstützung des deutschen Sports, notwendige Sponsoren und Infrastrukturprojekte vorzeigen, fügte er hinzu.

 

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