Verband lässt bleifreie Munition testen
Ein Forschungsprojekt des Jagdverbandes soll klären, ob bleifreie Munition das Fleisch von Wildschwein, Hirsch und Reh tatsächlich geringer belastet.
Der Bayerische Jagdverband (BJV) lässt bleifreie Munition auf gesundheitliche Aspekte und Umweltverträglichkeit testen. Foto: dpa
München. Der Bayerische Jagdverband (BJV) lässt bleifreie Munition auf gesundheitliche Aspekte und Umweltverträglichkeit testen. Da bislang fast alle Tiere, die später auf dem Teller landen, mit bleihaltiger Munition erlegt werden, ist die Sorge um die Gesundheit dem Verband zufolge nicht unberechtigt. Wissenschaftliche Studien über die Belastung des Wildes fehlten aber bislang, das solle sich nun ändern.
Ein Forschungsprojekt soll klären, ob bleifreie Munition das Fleisch von Wildschwein, Hirsch und Reh tatsächlich geringer belastet. Verglichen wird dabei Wildbret, das mit bleifreier, und solches, das mit bleihaltiger Munition geschossen wurde. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) seien zwar andere Lebensmittel, wie Getreide, Gemüse und Obst, die Hauptquellen für die Bleibelastung im menschlichen Körper, weil diese auch in großer Menge verzehrt werden, heißt es in der BJV-Mitteilung. Aber eben auch das Wild könnte möglicherweise einen Teil dazu beitragen. „Jede zusätzliche Belastung des Wildbrets über Jagdmunition sollte soweit als möglich vermieden werden“, sagte BJV-Präsident Jürgen Vocke. Voraussetzung sei allerdings, dass bleifreie Geschosse sicher und tierschutzgerecht töten und Abpraller nicht gefährlicher als bislang werden können.
In einer zweiten Untersuchung soll herausgefunden werden, ob und wie sich bleifreie Munition auf die Umwelt auswirkt. Denn die Alternativprodukte bestehen überwiegend aus Zink und Kupfer - auch diese Stoffe bergen Risiken. Die Forschungsprojekte werden im BJV-Lehr- und Forschungsrevier in Wunsiedel durchgeführt. (dpa)

