Oberpfalz & Bayern 04.08.2012, 10:25 Uhr

Weniger Feinstaub als je zuvor

Auto-Abgase oder das Heizen mit Holz – das lässt die Feinstaubwerte in der Luft steigen. 2011 sorgten die Werte in Bayern aber kaum für Probleme.

Die Feinstaub-Belastung ist in Bayern kein großes Problem. Foto: dpa

Die Feinstaub-Belastung ist in Bayern kein großes Problem. Foto: dpa

Augsburg/Würzburg. Die Menschen in Bayern können aufatmen: Die Feinstaubbelastung nimmt dem Landesamt für Umwelt zufolge seit Jahrzehnten ab und lässt bereits seit fünf Jahren nicht mehr die Alarmglocken schrillen. „Auch das Jahr 2011 zeichnet aus, dass wir an allen Messstellen die Jahresgrenzwerte unterschritten haben“, sagte der Präsident des Amtes, Claus Kumutat, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Werte seien so gering wie nie zuvor gewesen. Das sei ein sehr erfreuliches Ergebnis. Modernere Autos und Heizungen seien der Hauptgrund für die positive Veränderung, sagte der 55-Jährige.

Die Europäische Union erlaubt einen Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. In Bayern wird an mehr als 50 Stellen die Konzentration von Feinstaub in der Luft gemessen. Hauptursache von Feinstaub sind Auto-Abgase und das Heizen mit Holz. Feinstaub kann zu Asthma und Bronchitis führen. Die größten Feinstaub-Probleme haben – trotz der positiven Jahreswerte – die Städte Würzburg, Augsburg und München. In Würzburg wurde der Grenzwert von höchstens 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an 36 Tagen überschritten. Die Europäische Union erlaubt 35 Tage im Jahr. Für München und Augsburg war wegen einer Fristverlängerung noch bis Mitte Juli ein Tagesgrenzwert von 75 Mikrogramm erlaubt. Über das Jahr gesehen liegen die bayerischen Städte aber unter dem EU-Jahresgrenzwert.

Derzeit bestünde die größte Herausforderung darin, frühzeitig auf den künftig noch zunehmenden Verkehr zu reagieren. „Die Mobilität ist in unserer Gesellschaft ein sehr hohes Gut. Niemand möchte darauf verzichten und im Grunde genommen leiden sehr viele Menschen darunter – unter Lärm und unter Feinstaub.“ Motoren müssten noch effizienter gestaltet und so der Rußpartikelausstoß verringert werden. Zudem müsse beim Städtebau verstärkt auf die Verkehrslenkung geachtet werden. „Wenn in Straßenschluchten der Verkehr durchgedrängt wird, ist die Belastung deutlich höher als wenn der Verkehr um die Siedlungsschwerpunkte herum- oder durch Tunnel gelenkt wird.“

Doch Städte und Bürger könnten aktiv etwas gegen den Feinstaub tun, sagte Kumutat. „Die Straßenreiniger sollten - insbesondere im Frühjahr, wenn der Winterdreck noch auf den Straßen liegt und aufgewirbelt werden kann - häufiger nass reinigen und nicht nur aufsaugen. Das hat auch schon einen entscheidenden Einfluss auf die Feinstaub-Werte.“ Bürgern gibt er einen einfachen Tipp: „Reduzieren Sie sich bei ihren Fahrzeugfahrten auf das Notwendigste, setzen Sie auf moderne Abgastechnik bei Autos und investieren Sie in moderne Heizungsanlagen. Dieses Bewusstsein sollte jeder Bürger haben.“ (dpa)

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