Oberpfalz & Bayern 06.02.2011, 19:50 Uhr

Wieviel Öko kommt in die Tüte?

Bio-Bauern profitieren kaum von Lebensmittel-Skandalen. Dabei würde man dem Körper mit Bio Gutes tun, findet die zweifache Mutter Sandra Gröschl.

Sandra Gröschl und ihre Tochter Lena zeigen die Einkäufe aus dem Bio-Laden.Foto: Heiner Stöcker

Sandra Gröschl und ihre Tochter Lena zeigen die Einkäufe aus dem Bio-Laden.Foto: Heiner Stöcker

Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Regensburg. Sandra Gröschl zeigt ihre Einkäufe: Bananen, Milch und Eier. Alles gesund und alles biologisch produziert. Vor einem halben Jahr hat die 38-Jährige aus Nittendorf (Lkr. Regensburg) die Ernährung ihrer Familie umgestellt. Obst und Gemüse, Eier und Milch kauft sie nur noch aus kontrollierter Bio-Produktion.

Es war kein Lebensmittelskandal der die zweifache Mutter zum Umdenken brachte. Vor einem halben Jahr erkrankte der Vater von Sandra Gröschl an Krebs. Die 38-Jährige begann, sich Gedanken zu machen, ob nicht eine falsche Ernährung mit dafür ursächlich sein könnte. „Wir stopfen ja doch tagtäglich viel Ungesundes in uns hinein.“ Von da an bekamen Ehemann Frank und die Töchter Lena (13) und Emma (8) Bio-Nahrung vorgesetzt. Jetzt, nach dem jüngsten Dioxin-Skandal, fühlt sich die 38-Jährige, die im Mai ihr drittes Kind erwartet, in ihrer Entscheidung bestärkt. Dennoch, so muss sie zugeben, ist Bio auch eine Preisfrage. Etwa ein Drittel mehr bezahlt sie im Bio-Supermarkt. Vor allem beim Fleisch macht Sandra Gröschl deshalb Abstriche. „Gutes Fleisch ist wirklich teuer, das können wir uns nicht immer leisten.“

60 Kilo Fleisch essen wir im Jahr

Dabei ist Fleisch das Lebensmittel, auf das die Deutschen am wenigsten verzichten wollen. Etwa 60 Kilo isst jeder Bundesbürger im Jahr. In den vergangenen 60 Jahren hat sich der Konsum fast verdreifacht. Schnitzel, Rouladen oder Hähnchenschenkel kommen mehrmals die Woche auf den Tisch. Lediglich 3,3Prozent der Fleisch- und Wurstwaren stammen nach einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus biologischer Produktion.

Dabei geben etwa 70 Prozent der Bundesbürger an, dass sie sich gerne gesund und hochwertig ernähren wollen. Doch wenn der Discounter mit frischen Hähnchen schon ab 2,79 Euro das Kilo lockt, bleibt das Produkt mit Biosiegel, für das man laut einer Statistik der Verbraucherzentrale Bayern mindestens 9,80 Euro berappen muss, dann doch liegen.

 

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