Panorama 11.07.2012, 18:43 Uhr

Auf geht’s in die Schlammschlacht

Im US-Bundesstaat Michigan suhlen sich jedes Jahr Tausende beim „Mud Day“ im Dreck. Am Dienstag durften sich auch Erwachsenen wieder als Kinder fühlen.

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Beim „Mud Day“ stürzen sich rund 5000 Kinder und Erwachsene in die braune Soße. Foto: afp

Beim „Mud Day“ stürzen sich rund 5000 Kinder und Erwachsene in die braune Soße. Foto: afp

Berlin/Westland. Sich endlich einmal richtig einsauen und jede Etikette vergessen. Das Spiel im Matsch haben in längst nicht nur Kinder für sich entdeckt – in den USA stürzen sich jedes Jahr auch Erwachsene in eine Schlammschlacht: Zum so genannten „Mud Day“ zieht es regelmäßig tausende Menschen in den Ort Westland im US-Bundesstaat Michigan.

Am Dienstag war es wieder soweit: In einem Park wurden für die beliebte Schlammschlacht mehr als 200 Tonnen Erde mit vielen Tausend Litern Wasser vermischt – so lange bis auf dem Gelände eine riesige, braune Dreckpfütze entstand. In diesem Jahr war die Fläche so groß wie nie zuvor: Der fantastische Spielplatz war 46 Meter lang und 23 Meter breit.

Die Kinder durften sich über und über mit Schlamm einreiben, mit Schlamm bewerfen, sich in Schlamm wälzen. Wer besonders kreativ sein wollte, formte auf seinem Kopf einen Hut aus brauner Masse. Mitten im Matsch wurden ein Schubkarren-Rennen und ein Limbo-Wettbewerb veranstaltet.

Ein Schlammspaß für Kinder

In diesem Jahr feierte der „Mud Day“ ein Jubiläum, bereits zum 25. Mal fand er in Westland statt. Ursprünglich richtete sich der Schlammspaß an Kinder, die zwölf Jahre oder jünger sind. „Kinder müssen zu Hause immer sauber sein. Das ist ein Tag, an dem sie dreckig werden dürfen“, erklärt Organisatorin Beverly Watts der „Daily Mail“ die Idee, die hinter dem Schlammtag steckt. Beim „Mud Day“ sind alle Regeln der Eltern vergessen.

Wie amerikanische Zeitungen berichten, kommen Kinder aus ganz Michigan für das Matschbad nach Westland. Und mittlerweile baden auch viele Ältere unbekümmert mit. Candi Bostain war eine der erwachsenen Teilnehmer und genoss es sich wieder wie ein Kind zu fühlen: „Es gibt nichts besseres, als den Schlamm zwischen den Zehen zu spüren“, sagte sie. „Jetzt weiß ich, wie sich Schweine fühlen.“

Preise für die Dreckigsten

In diesem Jahr tobten rund 5000 Leute in der braunen Soße. Wer es schaffte, sich am dreckigsten zu machen, konnte sogar zum Schlammkönig oder zur Schlammkönigin gekrönt werden. Am Ende des „Mud Days“ war auch für die Dusche danach gesorgt: Die Feuerwehr spritzte die Kinder und Erwachsenen mit Wasser wieder sauber.

Tatsächlich hat das Bad im Schlamm einen positiven Nebeneffekt: Es hält die Kinder gesund. Wissenschaftliche Studien haben längst bewiesen, dass das Spielen im Dreck und damit der Kontakt mit Schmutz und Keimen das Immunsystem der Menschen stärkt.(dpa/af)

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