Panorama 30.07.2010, 10:21 Uhr

OB Sauerland: In eigener Partei unter Druck

Nun fordern Parteikollegen seinen Rücktritt. Zudem wird bekannt: Die Besucherzahlen der Loveparade wurden über Jahre gefälscht.

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Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU)

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU)

Berlin/Duisburg. Nach der Demonstration mehrerer hundert Bürger vor dem Duisburger Rathaus mit Rücktrittsforderungen gerät Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nun auch in der Union unter Druck. Sauerland trage die politische Verantwortung für das Loveparade-Desaster, bei dem 21 Menschen starben und mehr als 500 verletzt wurden, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU). Der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl urteilte, die Loveparade „hätte nie und nimmer genehmigt werden dürfen“. Die Duisburger Linke-Ratsfraktion bereitet einen Antrag zur Abwahl Sauerlands vor, die FDP sagte Unterstützung zu. Zuvor hatten bereits SPD-Politiker Sauerland den Rücktritt nahe gelegt.

Protestzug durch Duisburg

Am Donnerstag hatten Hunderte Duisburger mit einer Schweigeminute vor dem Rathaus den Opfern der Loveparade vom vergangenen Samstag gedacht. Sie skandierten immer wieder „Sauerland raus!“. Nach der Kundgebung formierte sich ein Protestzug durch die Duisburger Innenstadt.

Wolfgang Bosbach sagte, zwar könne er verstehen, dass Sauerland nicht mit einem Rücktritt den Eindruck eines womöglich sogar strafrechtlich relevanten Schuldeingeständnisses erwecken wolle. Ein solches Amt sei aber „nicht nur mit Würde, sondern gelegentlich auch mit einer Bürde verbunden“, sagte Bosbach. Er würde sich wünschen, dass der Oberbürgermeister „selber zu der richtigen Entscheidung kommt und nicht nur auf Druck von außen reagiert“.

Hans-Peter Uhl sagte nach Prüfung des Auflagenbescheids, der Fall liege „jetzt glasklar vor“. Er kritisierte den Auflagenbescheid hart: „Jeder Obsthändler, der in der Münchner Fußgängerzone einen Stand eröffnen will, muss mehr nachweisen“, sagte er. Darüber hinaus gab Uhl auch Polizeiführung und Stadtverwaltung eine Teilschuld.

 

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