Freispruch im Mordfall Lolita Brieger
Ein angeklagter Landwirt wird in Trier nicht verurteilt –obwohl das Gericht überzeugt ist, dass er vor 30 Jahren den Tod der Frau verschuldete.
Polizisten stehen am 19. Oktober 2011 in einem Wald bei Frauenkron (Kreis Euskirchen) neben einer blauen Folie, mit der zuvor gefundene Knochen und Kleidungsstücke des Mordopfers Lolita Brieger vor der Witterung geschützt wurden. Der gewaltsame Tod der jungen Brieger vor 30 Jahren bleibt vorerst ungesühnt. Foto: dpa
Trier. Der gewaltsame Tod der jungen LolitaBrieger vor knapp 30 Jahren bleibt vorerst ungesühnt. Das Landgericht Trier sprach den angeklagten Landwirt aus der Eifel am Montag vom Vorwurf des Mordes frei, zeigte sich aber dennoch von seiner Schuld überzeugt. Die Richter gehen davon aus, dass der Mann einen Totschlag begangen hat, dieser sei allerdings verjährt. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Fall eines Freispruchs angekündigt, eine Revision prüfen zu wollen.
Die schwangere Ex-Freundin des 51-jährigen war im November 1982 getötet worden. Ihre Leiche war auf einer Müllkippe im nordrhein-westfälischen Frauenkron verscharrt und erst im vergangenen Jahr nach dem Hinweis eines Zeugen entdeckt worden.
Der entscheidende Hinweis in dem Fall war von einem Zeugen gekommen, der dem Täter damals bei der Beseitigung der Leiche geholfen haben will - und die Polizei im September 2011 zum Fundort führte. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Der angeklagte Bauer hatte seit Prozessbeginn Anfang März geschwiegen. (dpa)

