Panorama 12.09.2012, 22:01 Uhr

Märchen sind beliebt wie eh und je

Vor 200 Jahren erschien der erste Band von Grimms Märchen. Generationen wuchsen damit auf – und so dürfte es in Zukunft auch bleiben.

Vom Froschkönig bis Dornröschen: Kinder lieben Märchen noch genauso wie früher. Foto: dpa

Vom Froschkönig bis Dornröschen: Kinder lieben Märchen noch genauso wie früher. Foto: dpa

Schwarzach. Ob Dornröschen, die sieben Geißlein oder der Froschkönig – Kinder lauschen auch heute noch gebannt den 200 Jahre alten Erzählungen der Brüder Grimm. „Die Märchen boomen gerade wieder. Und es sind nicht nur die originalen Märchen, sondern auch ihre Bearbeitungen“, sagte Claudia Maria Pecher vom Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt. Damit meint sie etwa Kriminal- und Fantasyromane oder Detektivgeschichten, die mit Märchenfiguren spielen. „Das Märchen entwickelt sich immer weiter. Es passt sich den Kindern der aktuellen Generation an“, sagte die Literaturwissenschaftlerin. So würden Märchen mittlerweile auch in SMS-Form erzählt – ein Grimm-Plot in 160 Zeichen.

Grimm-Märchen wurden in 160 Sprachen übersetzt

Die Brüder Grimm veröffentlichten ihre Kinder- und Hausmärchen im Jahr 1812. Seitdem wurden sie in 160 Sprachen übersetzt und gehören seit 2005 zum Weltdokumentenerbe. Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm gaben auch ein Wörterbuch der deutschen Sprache heraus.

Seit diesem Mittwoch widmet sich die Jahrestagung der Märchen-Stiftung Walter Kahn im unterfränkischen Schwarzach vier Tage lang den Grimm’schen Erzählungen.

„Das äußere Erscheinungsbild und die Sprache sind natürlich aus dem 19. Jahrhundert. Aber die Inhalte sind nach wie vor aktuell“, sagte Pecher. Die Märchen seien einfach zeitlos. „Sie sind so geschrieben, dass sie an keinen Ort und keine Zeit gebunden sind. Es gibt eine klare Einteilung von Gut und Böse und die Figuren und Räume sind schablonenartig. Deshalb kann man sich schnell damit identifizieren.“

Das beobachte sie auch heute noch bei Kindern der Kinder-Uni, denen die Grimm-Märchen vorgelesen werden. „Da merkt man ganz schnell, dass sie Interesse haben und sich begeistern lassen, egal ob die Sprache und Kulissen zeitgemäß sind oder nicht.“ Den jungen Lesern sei bei einem Märchen sehr wichtig, dass es etwas Fantastisches an sich habe, gut verständlich sei und am Ende immer gut ausgehe.

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