Schwere Unwetter verbreiten Schrecken
Zahlreiche Unwetter zogen am Wochenende über Deutschland und einige Nachbarländer hinweg. In Österreich kam ein Mann durch abgerissene Äste ums Leben.
Am Wochenende wüteten in Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen und in der Slowakei starke Unwetter. Foto: dpa
Wien/Prag/Warschau. Bei einem schweren Unwetter ist in Österreich ein Mann auf einem Mittelalterfest ums Leben gekommen. Eine Sturmbö riss am Samstag im niederösterreichischen Pöchlarn Äste von einem Baum, die in die Menge der Festgäste fielen. Dabei wurden 13 Menschen verletzt. Der 51-Jährige starb nach Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag in einer Klinik.
Der Unfall traf Gäste und Veranstalter unerwartet, wie ein Augenzeuge schilderte. Zwar habe das plötzliche Gewitter einige der etwa 400 Festgäste nach Hause getrieben. Die Verbliebenen hätten jedoch weiter gefeiert. Als der kräftige Wind die Äste vom Baum riss, sei Panik ausgebrochen: „Die Menschen sind um ihr Leben gerannt“. Die schweren Äste stürzten in die Menge und auf Zelte. Einige Opfer mussten von der Feuerwehr mit Kettensägen befreit werden.
Nach schweren Gewittern saßen am Sonntag rund 60 Passagiere in einer Gondelbahn in Österreich fest, niemand wurde verletzt. Im Gewittersturm war ein Baum auf dem Kreischberg in der westlichen Steiermark umgekippt und hatte das Seil der Gondelbahn aus der Führung gerissen. Die Anlage wurde sofort gestoppt, berichtete der österreichische Rundfunk. Am frühen Nachmittag hätten alle Passagiere die Gondeln verlassen.
Starker Regen, Stürme und Hagel richteten seit Samstagabend auch in Tschechien und Polen schwere Schäden an und verursachten Überschwemmungen. Bei Trisov im Süden Tschechiens fuhr ein Personenzug auf einen umgestürzten Baum. Zwei Menschen seien dabei leicht verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur CTK am Sonntag.
In Polen wurden mehrere Straßen überschwemmt. Allein in der Wojwodschaft Großpolen mussten die Feuerwehren nach Angaben des TV-Senders Tvn24 zu 150 Einsätzen ausrücken, weil der Sturm Dächer von den Häusern riss, Bäume umknickte und Stromleitungen beschädigte. Auch in der Slowakei und in Polen tobten in der Nacht zum Sonntag heftige Stürme.
In Niedersachsen hinterließ eine rund sechzig Meter breite Windhose am Freitagabend große Schäden. „Der Schwerpunkt lag im Stadtgebiet Walsrode um die Ortschaft Südkampen herum“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Der von dem Unwetter betroffene Bereich sei einige Hundert Meter lang. Der Deutsche Wetterdienst sagte für Montag von der Küste bis zu den Mittelgebirgen rasch wechselnde Bewölkung mit häufigen Schauern und kurzen Gewittern vorher. Nach Süden hin soll es freundlicher werden. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen 17 bis 23 Grad.

