Politik 10.07.2012, 19:09 Uhr

Alt und Jung greifen nach der Zukunft

In alternden Gesellschaft müssen die Menschen überlegen, wie sie zusammenleben wollen. Der „Generationendialog“ wirft einen Blick in die Zukunft.

In Zukunft geht es nur miteinander, weil die Älteren mehr werden und die Jüngeren weniger. Foto: dpa

In Zukunft geht es nur miteinander, weil die Älteren mehr werden und die Jüngeren weniger. Foto: dpa

Von Christian Kucznierz, MZ

Regensburg. Deutschland in nicht all zu ferner Zukunft. Ältere Menschen prägen das Straßenbild. Die Jungen sind weniger geworden, vor allem auf dem Land. In den Unternehmen arbeiten viele auch jenseits der 67, weil sie gebraucht werden, denn der Nachwuchs, vor allem der qualifizierte, fehlt. Ohne Zusatzversicherungen kommt niemand mehr aus, denn es gibt zu wenig Einzahler und zu viele Empfänger. Familien ziehen vom Land in die Städte, weil der Kindergarten gerade geschlossen wurde. Die Senioren ziehen dorthin, wo sie noch zu Fuß zum Arzt und zum Supermarkt gehen können und wo es noch Bus- oder Bahnverbindungen in die Stadt gibt.

Klingt nach düsterer Prognose? Ist es aber nicht. Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass bis 2030 der Anteil der Hochbetagten um die Hälfte wachsen wird, während die Gruppe der jungen Menschen um mehr als ein Zehntel sinkt. Die Bevölkerungszahl schrumpft: Weil mehr Menschen sterben, als geboren werden, und dies nicht durch Zuwanderung ausgeglichen wird, leben zwei Millionen Menschen weniger in Deutschland, bis 2060 werden es mit unter 70 Millionen gar zwölf Millionen Menschen weniger als heute sein.

Das unerfüllte Versprechen

Wie also fühlt sich Deutschland dann in einer Zukunft, in der immer mehr Menschen immer länger alt sind, weil die Lebenserwartung steigt, während die Geburtenzahl sinkt? Und was bedeutet das für das Zusammenleben? Es sind diese Fragen, die am 18. Juli beim „Generationendialog“ im Regensburger Kolpinghaus diskutiert werden sollen. Auf dem Podium sitzen der CSU-Politiker Alois Glück, Jahrgang 1940, und der Autor Wolfgang Gründiger, Jahrgang 1984.

„Die Aufgabe der Generationengerechtigkeit ist ein unerfülltes Versprechen, obwohl es immer wieder als Ziel proklamiert wird“, sagt Glück. „Wir leben mittlerweile in einer Phase des langen Lebens, wo vier oder fünf Generationen innerhalb einer Familie miteinander leben. Eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei wird vor allem die mittlere Generation zunehmend beansprucht, weil sie sich um die eigenen Kinder kümmert und teilweise schon um die pflegebedürftigen älteren Menschen.“

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