Politik 02.08.2012, 21:53 Uhr

Annan gibt Amt als Vermittler auf

Knapp ein halbes Jahr hat Annan sich um Frieden in Syrien bemüht. Jetzt wirft er hin. Wer Annans Arbeit weiterführen soll, ist noch unklar.

Kofi Annan tritt zum 31. August als Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien ab. Foto: dpa

Kofi Annan tritt zum 31. August als Sondergesandter der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien ab. Foto: dpa

New York. Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan gibt sein Amt als Vermittler im Syrienkonflikt resigniert auf. Er begründete seinen Rückzug am Donnerstag in Genf mit mangelnder Unterstützung des UN-Sicherheitsrats und der internationalen Gemeinschaft. „Ohne ernsten, entschlossenen und vereinten internationalen Druck, auch von den Mächten der Region, ist es mir wie auch jedem anderen unmöglich, an erster Stelle die syrische Regierung – und auch die Opposition – zu zwingen, mit den nötigen Schritten für einen politischen Prozess zu beginnen“, sagte Annan.

Sein Nachfolger an der UN-Spitze, Ban Ki Moon, teilte „mit großem Bedauern“ mit, dass sich Annan am 31. August von der Aufgabe des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga für Syrien zurückziehen wolle. Damit verzichtet Annan, der Ende Februar ernannt worden war, auf eine Mandatsverlängerung. Wer seine Aufgabe übernehmen soll, ist noch unklar.

Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin bedauerte den Rückzug Annans. „Wir nehmen diese Nachricht mit Bedauern auf und hoffen, dass Kofi Annan im verbleibenden Monat trotz schwerer Bedingungen noch Erfolge erzielen kann.“

USA geben Russland und China die Schuld

Die USA gaben Russland und auch China eine Mitschuld am Rückzug des Sondergesandten. Die Entscheidung verdeutliche das Versagen beider Länder, bedeutende Resolutionen gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad zu unterstützen, die den Verstoß gegen Annans Sechs-Punkte-Plan geahndet hätten, sagte US-Regierungssprecher Jay Carney am Donnerstag in einem Gespräch mit Journalisten. Die Vetos beider Länder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen seien bedauerlich und hätten sie auf der falschen Seite der Geschichte platziert.

Auch die UN-Botschafterin der USA, Susan Rice, kritisierte die Rolle Russlands und Chinas scharf. „Die Mitglieder, die das Handeln im Sicherheitsrat blockiert haben, haben die Mission von Annan unmöglich gemacht.“

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