Politik 21.02.2013, 14:35 Uhr

Bischöfe billigen „Pille danach“

Kurswechsel bei der Kirche: Die katholischen Bischöfe unterstützen auf ihrer Frühjahrsvollversammlung die Haltung des Kölner Kardinals Meisner.

Steht in der Kirche ein Kurswechsel an? Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, beim Eröffnungsgottesdienst der Deutschen Bischofskonferenz im Dom. Foto: dpa

Steht in der Kirche ein Kurswechsel an? Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, beim Eröffnungsgottesdienst der Deutschen Bischofskonferenz im Dom. Foto: dpa

Trier. Die katholischen Bischöfe erlauben im Falle einer Vergewaltigung den Einsatz von bestimmten Formen der „Pille danach“. In katholischen Krankenhäusern erhielten vergewaltigte Frauen „selbstverständlich menschliche, medizinische, psychologische und seelsorgliche Hilfe“, erklärten die Bischöfe am Donnerstag zum Abschluss ihrer Frühjahrsvollversammlung. Dazu könne auch die Verabreichung einer „Pille danach“ gehören, „insofern sie eine verhütende und nicht eine abtreibende Wirkung hat“. Verboten blieben Methoden und Präparate, „die den Tod eines Embryos bewirken“.

Damit schlossen sich die Bischöfe weitgehend der Linie des Kölner Kardinals Joachim Meisner an, präzisierten aber Stellungnahmen des Kölner Erzbistums, in denen zunächst die Tötungsabsicht bei der Einnahme der „Pille danach“ zum moralischen Ausschlusskriterium gemacht worden war. Zugleich kündigten die Bischöfe an, die „weiteren Zusammenhänge der Fragestellung - auch im Kontakt mit den in Rom Zuständigen - vertieft zu ergründen und notwendige Differenzierungen vorzunehmen“. Das Thema war erst kurzfristig auf die Tagesordnung des Treffens gesetzt worden.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer wird sich zu dem Beschluss nicht äußern. Nach Auskunft der Pressestelle des Bistums obliegt dies allein Bischof Zollitsch, dem Vorsitzendem der Bischofskonferenz

Keine Nachfolge für Pfeiffer

Noch kein Ergebnis gab es bei der Frage, wer anstelle des Kriminologen Christian Pfeiffer die kirchliche Missbrauchsstudie fortführen soll. Bis April wolle man aber einen neuen Partner finden, hieß es. Anfang Januar hatte die Bischofskonferenz sich von Pfeiffer getrennt und dies mit einem zerrütteten Vertrauensverhältnis begründet. Um einen neuerlichen Eklat zu vermeiden und die weitere Aufarbeitung voranzubringen, soll nun ein Beraterkreis eingerichtet werden.

Kritik übte Zollitsch an den schleppenden Verhandlungen für die Einrichtung eines staatlichen Entschädigungsfonds für Missbrauchsopfer. Nach wie vor ist die Finanzierung des Fonds nicht gesichert. An den Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro sollten sich Bund und Länder zu gleichen Teilen beteiligen.

 

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