Politik 12.09.2012, 18:51 Uhr

Drei US-Diplomaten in Bengasi getötet

Wieder eskaliert die Wut vieler Muslime über die Beleidigung des Propheten Mohammed in blutige Gewalt. Auslöser ist ein islamfeindliches Video bei YouTube.

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Der US-Botschafter in Libyen Christopher Stevens sowie drei weitere Diplomaten wurden bei gewaltsamen Protesten getötet. Foto: U.S. Department of States

Der US-Botschafter in Libyen Christopher Stevens sowie drei weitere Diplomaten wurden bei gewaltsamen Protesten getötet. Foto: U.S. Department of States

Washington. In blinder Wut über eine Beleidigung des Propheten Mohammed haben militante Islamisten das US-Konsulat im libyschen Bengasi angegriffen und den Botschafter getötet. Neben Chris Stevens starben in der Nacht zum Mittwoch drei weitere Amerikaner, wie US-Präsident Barack Obama bestätigte. Auch in Kairo versuchten aufgebrachte Muslime, in die US-Botschaft einzudringen. Auslöser der Proteste war ein in den USA produzierter islamfeindlicher Filmtrailer. International wurde die Gewalt scharf verurteilt. Zugleich wuchs die Angst vor weiteren Ausschreitungen und Anschlägen.

Militante Islamisten griffen das US-Konsulat in Bengasi mit Brandbomben und Panzerfäusten an. Botschafter Stevens, der sich zu einem Besuch in der ostlibyschen Stadt aufhielt, starb arabischen Medienberichten zufolge an einer Rauchvergiftung. Die US-Regierung schickte laut Medienberichten am Mittwoch 200 Marines nach Bengasi, um die Diplomaten zu schützen.

US-Botschaft in Kairo beschädigt

In Kairo erkletterten aufgebrachte Islamisten die Mauer der Botschaft und rissen die US-Flagge herunter. An die Wand des Botschaftsgebäudes sprühten sie am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September den Namen Osama bin Laden.

In den auf YouTube veröffentlichten Sequenzen des mit einfachen Mitteln produzierten Films „Innocence of Muslims“ („Unschuld der Muslime“) wird der Prophet als Trottel und Weiberheld dargestellt. Im Islam ist die Darstellung Gottes oder des Propheten Mohammed verboten.

„Ich verurteile die empörenden Attacken auf unsere diplomatische Einrichtung auf das Schärfste“, erklärte Obama. Die Getöteten stünden für Freiheit, Gerechtigkeit und Partnerschaft mit Ländern und Völkern rund um die Welt – Werte, denen sein Land verpflichtet sei. Die USA erteilten jedweder Erniedrigung religiöser Überzeugungen anderer eine Absage, sagte Obama. Dennoch „müssen wir eindeutig jene Art von sinnloser Gewalt ablehnen, die das Leben dieser Staatsdiener gekostet hat“.

 

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