Politik 22.02.2012, 21:45 Uhr

Gauck beschäftigt alle Parteien

Opposition kritisiert Kanzlerin für Umgang mit Wulff. Die Linke will am Donnerstag einen Gegenkandidaten benennen.

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        CDU/CSU, FDP, SPD und die Grünen haben sich auf Gauck als Kandidaten geeinigt.

CDU/CSU, FDP, SPD und die Grünen haben sich auf Gauck als Kandidaten geeinigt.

Berlin/Passau. Nach dem Koalitionskrach um die Kür des nächsten Bundespräsidenten bemühen sich die Regierungsparteien um Schadensbegrenzung. Die Debatte über inhaltliche Positionen des designierten Staatsoberhaupts Joachim Gauck geht aber weiter. Gauck selbst wird am Donnerstag an der Berliner Gedenkveranstaltung für die Opfer der Neonazi-Morde teilnehmen.

„Wir haben ja mit der Kandidatur von Herrn Gauck überhaupt keine Probleme, im Gegenteil, wir unterstützen das“, sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt (CSU) am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. „Ich glaube, dass er ein guter Bundespräsident für Deutschland ist.“ Sein Kollege Patrick Döring von der FDP sagte: „Ich würde die Benennung um unser höchstes Amt im Staate nicht als Machtpoker bezeichnen.“ Spekulationen über eine Ampelkoalition wies er zurück. „Die Entscheidung für Joachim Gauck hat überhaupt nichts mit Überlegungen für das Wahljahr 2013 zu tun.“

Auch der frühere CSU-Chef Edmund Stoiber verteidigte die Zustimmung seiner Partei für Gauck. „Dieser Bundespräsident in spe ist eine sehr gute Wahl, die ich auch persönlich unterstütze“, sagte Stoiber beim Politischen Aschermittwoch in Passau. Er verwies auf die ablehnende Haltung Gaucks zu einer EU-Mitgliedschaft der Türkei. „Was soll ich denn eigentlich gegen den Mann einwenden?“

Gabriel greift Merkel an

SPD-Chef Sigmar Gabriel griff den zurückgetretenen Bundespräsidenten Wulff und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf an. Merkel habe Leute in Amt und Würden gebracht wie Wulff, „der sich wie ein Amigo benimmt, der das Land sich selbst und der CDU zur Beute macht“, sagte Gabriel auf der Aschermittwochs-Kundgebung der SPD in Vilshofen. „Es wird Zeit, dass wir nicht nur einen besseren Bundespräsidenten bekommen, sondern auch einen besseren Bundeskanzler oder eine bessere Bundeskanzlerin.“

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