Politik 03.10.2012, 15:02 Uhr

Haushälterin glaubt nicht an Verschwörung

Eine ehemalige Haushälterin des Papstes glaubt nicht, dass Paolo Gabriele Hintermänner gehabt hat. Sie hält die Gerüchte für Verleumdungen.

Papst Benedict XVI.: Das Urteil im Vatileaks-Prozess soll am Samstag fallen. Foto: dpa

Papst Benedict XVI.: Das Urteil im Vatileaks-Prozess soll am Samstag fallen. Foto: dpa

Mailand. Die frühere Haushälterin von Joseph Ratzinger, Ingrid Stampa, hat den Verdacht einer angeblichen deutschen Verschwörung in der „Vatileaks“-Affäre zurückgewiesen. „Es ist ganz einfach lächerlich. Alles Fantasie. Verleumdungen“, sagte die Deutsche der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Mittwoch). Auch der frühere päpstliche Kammerdiener Paolo Gabriele hatte am Dienstag vor dem vatikanischen Gericht ausgesagt, dass er sich „in dieser Rekonstruktion“ nicht wiedererkenne. Er gab zu, vertrauliche Dokumente des Vatikan entwendet und kopiert zu haben.

Im Juli hatte die deutsche Zeitung „Welt Online“ berichtet, dass Stampa (62), der frühere Privatsekretär des Papstes Bischof Josef Clemens (65) sowie der frühere Vize-Camerlengo Kardinal Paolo Sardi (78) in der Affäre verdächtigt würden. Der Artikel, der wenige Tage später zugespitzt auch in der römischen Zeitung „La Repubblica“ erschien, stellte einen direkten Zusammenhang zwischen „Vatileaks“ und persönlichen Animositäten her, die diese drei gegen den päpstlichen Privatsekretär Georg Gänswein und Kardinalsstaatsekretär Tarcisio Bertone hegten. Als mögliche Motive nennen die Zeitungen Neid und Missgunst.

Über Gabriele sagte Stampa, dass er dem Papst und der Kirche geschadet habe. Sie glaube jedoch nicht, dass dies seine Absicht gewesen sei. Stampa, die im Vatikan eine Wohnung im selben Gebäude wie Gabriele hat, sagte, dass auch dessen Frau nichts von seinen Taten gewusst habe. Sie habe die Familie nach der Verhaftung des 46-jährigen Italieners besucht, um der Frau und den Kindern zu helfen.

Ihr scheine, dass Gabriele alles allein gemacht habe, sagte Stampa auf die Frage nach möglichen Hintermännern. Als Mann, der gerne Dinge untersuchte, habe er womöglich das Material gesammelt, um sich eine Meinung über die Situation im Vatikan zu bilden.

Stampa arbeitet im vatikanischen Staatsekretariat. Nach Informationen aus dem Vatikan beendete sie vor kurzem die Übersetzung des dritten Bandes des Jesus-Buches von Benedikt XVI. aus dem Deutschen ins Italienische. Es soll zu Weihnachten erscheinen. (kna)

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo