Politik 30.03.2012, 20:57 Uhr

Langer Weg liegt vor Afghanistan

Ausstellung mit historischen Fotos eröffnet


        Reinhard Erös, Richard von Weizsäcker, Yvonne von Schweinitz und der afghanische Botschafter Abdul Rahman Ashraf (v. l.) Foto: dpa

Reinhard Erös, Richard von Weizsäcker, Yvonne von Schweinitz und der afghanische Botschafter Abdul Rahman Ashraf (v. l.) Foto: dpa

Von REINHARD ZWEIGLER, MZ

Berlin. Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker erinnerte sich, dass er als Siebenjähriger 1927 in Berlin dem afghanischen König zugejubelt hatte. Freilich ohne zu wissen, wer der Staatsgast damals war. Die am Donnerstagabend im Berliner Willy-Brandt-Haus eröffnete Ausstellung mit historischen Fotos von Yvonne von Schweinitz hatte es dem einstigen Staatsoberhaupt angetan. „Stille, einfühlsame Fotos“ seien das, lobte er. Reinhard Erös, seit Jahren in der von ihm gegründeten Kinderhilfe-Afghanistan engagiert, versuchte in seinem Eröffnungsvortrag, das derzeitige, von negativen Schlagzeilen geprägte Afghanistan-Bild zurecht zu rücken: „Was das gepeinigte Volk der Afghanen in den letzten Jahren aus eigener Kraft aufgebaut hat, ist grandios und bewundernswert.“ Millionen Kinder gingen zur Schule, Hunderttausende Mütter arbeiteten als Lehrerinnen, Ärztinnen oder gar als Provinzgouverneurinnen. Man müsse die Afghanen lieben, wenn man ihnen helfen möchte, meinte Erös, der Dutzende Schulen, Krankenhäuser und die erste Frauen-Uni aufbaute.

Der afghanische Botschafter in Berlin, Abdul Rahman Ashraf, sagte, die vergangenen Jahre hätten große Fortschritte gebracht. Trotzdem sei der Weg noch lang. Der 67-Jährige, er hatte vor über 40 Jahren in Bonn Geologie studiert, hofft, dass eine neue Generation stolzer und tatkräftiger Afghanen aufwächst.

 

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