Die Liberalen wollen die Homo-Ehe stärken
In den Umfragen liegt die FDP derzeit zwischen drei und vier Prozent. Nun will sie ihr Profil schärfen – auch bei Homosexuellen.
FDP-Chef Philipp Rösler: Die Liberalen wollen mit einem neuen Grundsatzprogramm wieder Stimmen gewinnen.
Berlin. Die angeschlagene FDP will die Homo-Ehe aufwerten und mit umfassenden Freiheits-Versprechen Boden gut machen. Das geht aus dem Entwurf für das neue Grundsatzprogramm hervor, aus dem die „Passauer Neuen Presse“ und die „Rheinischen Post“ am Wochenende zitierten. Die Grünen warfen den Freidemokraten vor, mit Bauernfängermethoden auf Stimmenfang zu gehen.
„Alle Paare sollen die Ehe eingehen können. Wir machen bei Rechten und Pflichten keine Unterschiede zwischen gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern und Ehegatten“, heißt es den Berichten zufolge in dem Entwurf für einen Parteitag im April. Die Autoren fordern indirekt Adoptionen durch homosexuelle Paare. „Liberale wollen allen Menschen die Freiheit eröffnen, sich für eine Familie mit Kindern entscheiden zu können.“ Die Union lehnt eine völlige Gleichstellung homosexueller Ehen ab.
FDP will auch ihr soziales Profil schärfen
Insgesamt nimmt die FDP für sich laut dem 30-seitigen Text mit dem Titel „Freiheitsthesen“ in Anspruch: „Als einzige Partei in Deutschland macht die FDP die Freiheit des einzelnen Menschen zum Maß, Mittel und Zweck ihrer Politik.“ Auch ihr soziales Profil will die FDP schärfen. „Aufstieg durch Leistung, unabhängig von sozialer Herkunft, bleibt eine bestehende Herausforderung für die Liberalen – damit Freiheit von allen gelebt werden kann.“
Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck sagte am Sonntag, die Gleichstellungsforderungen für homosexuelle Partnerschaften seien alte, leere Versprechen der Liberalen. „Umgesetzt hat sie das in der Koalition nicht.“ Die FDP versuche, mit den gleichen Versprechungen auf Stimmenfang zu gehen und setze auf das kurze Gedächtnis der Wähler.


