Politik 23.08.2012, 19:41 Uhr

MZ-Kommentar: I have a Gripp!

Auf den ersten Blick macht die Idee Sinn. Doch wie soll das System in Europas funktionieren, wenn es im „Land des Musterschülers“ Schwachstellen zeigt?

Von Wolfgang Ziegler, MZ

Auf den ersten Blick macht die Idee durchaus Sinn: Nach dem durchschlagenden Erfolg der Einheitswährung hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine – künftig europaweit einheitliche – Nummer für den Bereitschaftsdienst geschaltet. Wenn’s vorne zwickt und hinten beißt, soll man in der Endausbaustufe – egal wo auch immer man sich zwischen Algarve und Ägäis befindet – Hilfe finden.

Nur: Wie soll das System im Rest Europas funktionieren, wenn es schon im „Land des Musterschülers“ technische Schwachstellen offenbart?

Und überhaupt: Wie soll man in Portugal, Kroatien oder Griechenland am Telefon seinem Gegenüber als der Landessprache Unkundiger erklären, was einem fehlt? Die berühmte Verständigung mit „Händen und Füßen“ scheitert am fehlenden Blickkontakt. Und mit „I have a Gripp!“ kommt man bestimmt auch nicht zum erhofften Fiebermittel.

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