Politik 13.02.2012, 16:09 Uhr

Randalierer verwüsten Athen

Die Abstimmung über das Sparpaket wurde von schweren Ausschreitungen überschattet. Weite Teile Athens gleichen einem Trümmerfeld.

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        Die Einsatzkräfte waren mit der Situation überfordert.

Die Einsatzkräfte waren mit der Situation überfordert.

Athen/Berlin. Geplünderte Geschäfte, brennende Gebäude und Dutzende Verletzte: Nach der Abstimmung im griechischen Parlament über das harte Sparpaket haben schwere Ausschreitungen die Hauptstadt Athen erschüttert. Vermummte Randalierer und Gewalttätige lieferten sich in der Nacht zum Montag Straßenschlachten mit der Polizei und verwüsteten weite Teile des Stadtzentrums. Nach Angaben von Polizei und Rettungsdienst wurden mindestens 75 Menschen verletzt, darunter 30 Polizisten. Auch in den Touristenhochburgen Kreta, Korfu und Thessaloniki kam es zu Ausschreitungen.

Laut Gesundheitsministerium trug aber niemand schwere Blessuren davon. Die Polizei nahm mehr als 70 Personen fest, 60 weitere wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis sprach von enormen Schäden. So wurden nach bisherigem Stand 47 Gebäude in Brand gesetzt, darunter zwei Kinos, die den Behörden zufolge aber nicht schwer beschädigt wurden. Dutzende Geschäfte und Banken wurden geplündert, auch ein Waffengeschäft mit Jagdgewehren und Schwertern. „Ich bin verzweifelt. Mitten in dieser Krise habe ich alles verloren“, sagte ein Handy-Ladenbesitzer am Syntagmaplatz vor dem Parlament. Auch Geldautomaten wurden zerstört. Wertvolle neuklassizistische Gebäude brannten völlig aus.

Parteien verurteilen die Krawalle

Die Hauptstraßen Panepistimiou, Stadiou, die Einkaufsstraßen Athinas und Ermou und der Syntagmaplatz sahen am Montagmorgen wie ein Trümmerfeld aus. Müllabfuhr und Dutzende Mitarbeiter der Stadt arbeiteten auf Hochtouren, um die Trümmer zu beseitigen. Alle Parteien des Landes verurteilten die schweren Ausschreitungen. Sie machten „dunkle Kreise“ für das Chaos verantwortlich.

Wie die griechische Presse berichtete, waren die Einsatzkräfte mit der Situation überfordert, obwohl sie starke Einheiten auch aus den Provinzen in Athen zusammengezogen hatten. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei mischten sich die Autonomen zunächst unter die Zehntausenden friedlich demonstrierenden Menschen. Sie sollen etwa 2000 und in fünf Gruppen aufgeteilt gewesen sein. Als es zu den ersten Ausschreitungen kam und die friedlichen Demonstranten in alle Richtungen vor dem Tränengas und den Brandflaschen flüchteten, hätten die Chaoten Dutzende Gebäude angezündet.

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