Politik 07.10.2012, 15:19 Uhr

Pkw-Maut ist „tourismusfeindlich“

Im MZ-Interview kritisiert Deutschlands oberster Tourismuspolitiker Ernst Burgbacher (FDP) die Pläne von Bundesverkehrsminister Ramsauer.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP), warnt vor der Einführung einer Pkw-Maut. Foto: dpa

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Ernst Burgbacher (FDP), warnt vor der Einführung einer Pkw-Maut. Foto: dpa

Von Reinhard Zweigler, MZ

Der Tourismus in Deutschland – eine Branche mit rund drei Millionen Beschäftigten – verzeichnet erfreulicherweise tolle Zuwachsraten. Befürchten Sie einen Einbruch, wenn sich nun die Konjunktur in Europa und weltweit abkühlt?

Nein, für diese Befürchtung gibt es keinerlei Anzeichen. Wir haben in der Tat sehr gute Zahlen – sowohl was den Tourismus innerhalb und nach Deutschland betrifft. Deutschland ist immer noch der Deutschen liebstes Reiseland. Wir müssen dafür sorgen, dass das so bleibt.

Aber während der Städtetourismus kräftig zulegt, gibt es Regionen, etwa die Mittelgebirge oder die Seen, wo die Touristenzahlen zurückgehen.

Das ist ein Problem. Deshalb habe ich ja auch das Projekt Tourismusperspektiven in ländlichen Räumen auf den Weg gebracht. Wir werden im nächsten Jahr einen Leitfaden vorlegen, wie wir uns dort verbessern können.

Was muss besser werden?

Wir haben zum Glück einen Modernisierungsschub in Hotellerie und Gastronomie. Nun aber heißt es, die touristischen Produkte zu modernisieren, die Buchbarkeit, etwa über das Internet, zu verbessern. Ganz wichtig ist es auch, das Kirchturmsdenken in den einzelnen Regionen zu überwinden. Das Marketing ist oft noch zu kleinteilig, es darf nicht an Länder- und Verbandsgrenzen halt machen. Wir müssen ganze Regionen vermarkten.

Hat die ermäßigte Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen mehr gebracht als nur höhere Einnahmen für Hoteliers?

Die Maßnahme war zweifellos richtig, wie uns Gutachten bestätigt haben. Sie hat zu einem großen Modernisierungsschub, zu gewaltigen Investitionen, zu mehr Arbeits- und Ausbildungsplätzen geführt. Es gibt deshalb keinen Grund, das jetzt infrage zu stellen. Insofern bedauere ich sehr, dass ein Tourismusland wie Schleswig-Holstein den Antrag gestellt hat, die ermäßigte Mehrwertsteuer zurück zu nehmen.


 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo