Politik 07.05.2012, 14:17 Uhr

Putin kehrt für dritte Amtszeit zurück

Nach vier Jahren übernimmt Putin erneut das Amt des russischen Präsidenten. Die Polizei nimmt Dutzende Demonstranten fest.

Moskau. Nach vier Jahren als Regierungschef ist Wladimir Putin am Montag in den Kreml zurückgekehrt. Kurz nach seiner Vereidigung als neuer russischer Präsident schlug Putin wie erwartet den bisherigen Staatschef Dmitri Medwedew für das Amt des Regierungschefs vor. Am Rande der Amtseinführung nahm die Polizei unweit des Kreml in Moskau 120 Oppositionsanhänger fest, die gegen den umstrittenen Ämtertausch protestieren wollten.

Zwei Monate nach seiner von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl trat Putin seine dritte Amtszeit als Präsident an. Bei der feierlichen Zeremonie im prunkvollen Kremlpalast schritt er einen langen roten Teppich entlang, bevor er auf die Verfassung des Landes schwor. Unter den 3000 Gästen waren neben russischen Politikern und Würdenträgern Altbundeskanzler Gerhard Schröder und Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi, die mit Putin befreundet sind.

„Entscheidend für das Schicksal Russlands“

Putin stimmte das Volk in einer kurzen Ansprache darauf ein, dass „die kommenden Jahre entscheidend für das Schicksal Russlands“ seien. Er kündigte eine „neue Etappe“ für Russland während seiner Amtszeit an, die nach einer Verfassungsänderung nun sechs Jahre beträgt. Putin hatte das Präsidentenamt bereits von 2000 bis 2008 inne, durfte aber nach zwei Amtszeiten nicht ein drittes Mal in Folge kandidieren.

Mit seiner Rückkehr in den Kreml ist Putin auch wieder Oberbefehlshaber der Streitkräfte. In dieser Funktion kann er den Startbefehl zum Abschuss von Atomraketen geben, was über den sogenannten Atomkoffer möglich ist. Diesen bekam Putin kurz nach seiner Vereidigung ausgehändigt. Über so einen Koffer verfügen neben ihm noch der Verteidigungsminister sowie der Generalstabschef. Für einen Atomangriff muss von allen drei Koffern ein Signal an die Kommandozentrale gehen.

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