Politik 24.02.2012, 08:49 Uhr

Syrien: Kofi Annan neuer UN-Sondergesandter

Seit einem Jahr geht das Assad-Regime brutal gegen das eigene Volk vor. Jetzt soll eine Kontaktgruppe den Druck erhöhen.

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        Kofi Annan soll als Sondergesandter nach einer friedlichen Lösung der Syrien-Krise suchen.

Kofi Annan soll als Sondergesandter nach einer friedlichen Lösung der Syrien-Krise suchen.

New York/Tunis/Genf. Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan ist neuer Syrien-Sondergesandter von Vereinten Nationen und Arabischer Liga. Der 73 Jahre alte Friedensnobelpreisträger aus Ghana soll sich im Namen der beiden Organisationen für ein Ende der Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen in dem arabischen Land einsetzen. Angesichts der dramatischen Lage will am Freitag auch die neue internationale Syrien-Kontaktgruppe bei ihrem ersten Treffen in Tunis nach Wegen zur Beendigung des Blutvergießens suchen. Ein militärisches Eingreifen steht dabei nicht zur Debatte.

Das Regime von Machthaber Baschar al-Assad gibt sich von den internationalen Bemühungen unbeeindruckt. Sicherheitskräfte griffen die Hochburgen der Opposition auch am Donnerstag mit erbarmungsloser Härte an. Landesweit starben nach Angaben von Aktivisten mindestens 47 Menschen.

Medikamente und Lebensmittel gehen zur Neige

In den Oppositionshochburgen wird die Lage immer verzweifelter: Medikamente und Lebensmittel gehen zur Neige. Zahlreiche Organisationen aus der arabischen Welt appellierten angesichts der dramatischen Lage an die Kontaktgruppe, rasch eine gemeinsame Strategie für ein Ende der Gewalt zu entwickeln. Die Menschenrechtsverletzungen müssten sofort gestoppt werden.

Kofi Annan werde als neuer Sondergesandter mit allen Beteiligten in und außerhalb Syriens nach einer friedlichen Lösung der Krise suchen, teilten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der Chef der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, in einer am Donnerstagabend in New York verbreiteten Erklärung mit. Man sei dankbar, dass er diese wichtige Aufgabe in dieser schwierigen Lage für die Menschen in Syrien angenommen habe. Annan stand als Generalsekretär von 1997 bis 2006 an der Spitze der Weltgemeinschaft. Für seine neue Aufgabe wird ihm ein Stellvertreter aus dem arabischen Raum beiseite gestellt.

 

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