Politik 29.04.2012, 11:29 Uhr

Terror-Experten sehen Al-Kaida geschwächt

Fast ein Jahr nach der Tötung Osama bin Ladens hat Al-Kaida bei Arabern an Popularität verloren. Die einzige Ausnahme: der Jemen.


        Der Führer des Terrornetzes El Kaida, Osama bin Laden (Archivfoto von 2000): Vor gut einem Jahr (2. Mai) töteten US-Spezialeinheiten in Pakistan den Terrorchef.

Der Führer des Terrornetzes El Kaida, Osama bin Laden (Archivfoto von 2000): Vor gut einem Jahr (2. Mai) töteten US-Spezialeinheiten in Pakistan den Terrorchef.

Washington. Fast ein Jahr nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ist der Kern des Terrornetzwerks nach Einschätzung von US-Vertretern „praktisch verschwunden“. Al-Kaida könne Anschläge wie die vom 11. September 2001 wohl kaum wiederholen, sagte ein Anti-Terror-Experte in Washington. Zum Jahrestag der Tötung Bin Ladens gab US-Präsident Barack Obama ein äußerst seltenes Interview im hochgesicherten Lagezentrum des Weißen Hauses.

Der Tod Bin Ladens habe Al-Kaida weiter geschwächt, sagte der Anti-Terror-Experte weiter, der anonym blieb. Es sei kaum vorzustellen, dass das Terrornetzwerk die Ressourcen, das Training und das Geld habe, um noch einmal Anschläge vom Ausmaß des 11. September zu verüben. Dennoch sei es „zu früh, um den Sieg zu erklären“, warnte der Spezialist. Die Bewegung gebe es weiterhin, die Ideologie des weltweiten Dschihad überlebe ebenso wie Bin Ladens Philosophie. Unter den Ablegern sei der Al-Kaida-Zweig im Jemen der gefährlichste für die USA. Dieser habe mit „weit verbreiteter und effizienter Propaganda“ an Stärke gewonnen.

Einzelkämpfer sind eine große Bedrohung

Auch der Vize-Leiter des Büros des Nationalen Geheimdienstdirektors (DNI), Robert Cardillo, sagte, die Dezentralisierung Al-Kaidas bedeute, dass in Zukunft die meisten Terrorattacken von regionalen Ablegern verübt würden. Er bekräftigte Geheimdiensterkenntnisse, wonach im kommenden Jahr nicht mit einem Anschlag chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Waffen in den USA zu rechnen ist.

Zwar hat sich den Aussagen zufolge die Gefahr eines Anschlags mit einer extrem hohen Opferzahl verringert, dafür stellen aber Einzelkämpfer wie der Serienattentäter Mohamed Merah in Toulouse eine große Bedrohung dar. Solche Leute, die alleine handelten, sich mit Waffen versorgten, hauptsächlich ihren eigenen Zeitplan und ihre eigenen Ziele hätten, seien die „schwierigsten Ziele“ für die Geheimdienste, sagte der Anti-Terror-Spezialist.

 

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