Weber gibt Entwarnung für die Schnupfer
Aufgrund einer Änderung der EU-Tabakproduktrichtlinie drohte ein Schnupftabak-Verbot. Das scheint dank eines „Brandbriefes“ abgewendet.
Die Europäische Kommission hatte an einer Neuregelung der europäischen Tabakprodukt-Richtlinie gearbeitet. Dabei wurde auch das Verbot von Schnupftabak diskutiert. Foto: dpa
München. Es müssen nicht immer die komplizierten Themen rund um die Lösung der Schuldenkrise oder der Rettung der Gemeinschaftswährung sein, wenn es um Europa geht. Es kann durchaus auch einmal ein Thema sein, das ein bisschen weniger komplex ist und zumindest viele Bayern wahrscheinlich viel unmittelbarer betrifft: nämlich dann, wenn es um den Schnupftabak geht. Die Europäische Kommission hatte an einer Neuregelung der europäischen Tabakprodukt-Richtlinie gearbeitet. Dabei wurde auch das Verbot der sogenannten rauchlosen Tabakprodukte diskutiert.
„Das wäre ein Anschlag auf bayerisches Kulturgut gewesen“, sagt der niederbayerische CSU-Bezirkschef und Europaabgeordnete Manfred Weber, der selbst zwar nicht schnupft, aber Sympathie für all diejenigen hegt, die dem rauchlosen Tabakkonsum frönen. Und deshalb hat Weber mit Unterstützung des Bayerischen Landtags der EU-Kommission zu Beginn des Monats einen „Brandbrief“ gesendet – und dieser scheint offenbar Wirkung gezeigt zu haben.
„Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, aber es ist davon auszugehen, dass dieses Verbot vom Tisch ist“, sagte Weber am Rande des CSU-Parteitags am Freitag in München.
In Zeiten, in denen sich viele Menschen Europa und dessen Bürokratieapparat gegenüber ohnmächtig fühlen, ist das „für mich ein postives Beispiel dafür, dass man etwas in Europa bewegen kann, wenn man frühzeitig eingreift“, so der CSU-Europaabgeordnete.

