Politik 27.01.2012, 20:20 Uhr

Weltweit wird der Holocaustopfer gedacht

Marcel Reich-Ranicki sprach im Bundestag und in Weiden erinnerten Schüler der Region an die Befreiung von Auschwitz.


        Der Holocaust-Überlebende Marcel Reich-Ranicki sprach am Freitag im Bundestag.

Der Holocaust-Überlebende Marcel Reich-Ranicki sprach am Freitag im Bundestag.

Berlin/Flossenbürg. Eindringlich und erschütternd hat der Literaturkritiker und Holocaust-Überlebende Marcel Reich-Ranicki im Bundestag von der Deportation der Juden aus dem Warschauer Ghetto berichtet. Zum 67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz erzählte der Überlebende am Freitag, wie die SS im Juli 1942 die „Umsiedlung“ anordnete. Am 27. Januar wird weltweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Am selben Tag nahm der Neonazi-Untersuchungsausschuss des Bundestages in Berlin seine Arbeit auf. Er soll mögliche Pannen der Sicherheitsbehörden bei den jüngsten Neonazi-Morden aufklären.

Reich-Ranicki wirkte gesundheitlich angeschlagen. Bundespräsident Christian Wulff und der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Andreas Voßkuhle, stützten den 91-Jährigen auf dem Weg zum und vom Rednerpult. Nach der Rede herrschte im Bundestag minutenlange Stille, unterbrochen durch verhaltenen Beifall.

Weltweite Erinnerung

In mehreren Bundesländern sowie bei den UN in New York wurde ebenfalls der Millionen Holocaustopfer des Nazi-Regimes gedacht. Seit 1996 erinnert auch der Bundestag jährlich an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz.

Ausgerechnet an diesem Tag nahm der Neonazi-Untersuchungsausschuss des Bundestag seine Arbeit auf. Am Vortag hatte auch der Thüringer Landtag einen Untersuchungsausschuss beschlossen. Geklärt werden soll, warum die Zwickauer Neonazi-Gruppe jahrelang rauben und morden konnte, ohne von Sicherheitsbehörden entdeckt zu werden. Auf ihr Konto sollen unter anderem Morde an neun türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern sowie an einer Polizistin gehen.

Die Linken-Abgeordnete und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau sagte, sie hätte sich nicht träumen lassen, sich am Gedenktag Auschwitz einmal mit Neonazimorden befassen zu müssen. Ähnlich äußerten sich Grünen-Spitzenpolitiker. Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Konstituierung des Neonazi-Untersuchungsausschusses am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz unterstreiche die Wichtigkeit seines Auftrags.

 

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo