Politik 17.07.2012, 19:29 Uhr

Zweifel an Machbarkeit der Energiewende

Was einmal als nationaler Konsens gedacht war, entwickelt sich zunehmend zum Wahlkampfthema. Umweltminister Altmaier fürchtet Attacken auf die Energiewende.

Es hakt beim Ausbau der Erneuerbaren, vor allem, was die Koordination angeht. Für die Regierung könnte das zum Problem werden. Foto: dpa

Es hakt beim Ausbau der Erneuerbaren, vor allem, was die Koordination angeht. Für die Regierung könnte das zum Problem werden. Foto: dpa

Von Georg Ismar, dpa

Berlin. Im Bundesumweltministerium wappnen sie sich schon für den Kampf um die Energiewende. Diverse Studien zur Entwicklung des Strompreises und der Förderkosten erneuerbarer Energien sind in Auftrag gegeben worden, um für den 15. Oktober ausreichend mit Argumenten munitioniert zu sein. Dann wird die von allen Bürgern über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung von Sonnen- und Windstrom bekanntgegeben. Sie könnte drastisch steigen – trotz anderslautender Vorgaben von Kanzlerin Angela Merkel.

Daher fürchtet man im Hause von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) Attacken auf die Energiewende und ihre Kosten, wenngleich Bürger es zum Teil auch selbst in der Hand haben. Noch zu wenige vergleichen die Preise und machen vom Anbieterwechsel Gebrauch. Aber seit Jahren, schon lange vor der Energiewende, steigende Energiekosten verschärfen zunehmend auch das soziale Problem.

Rösler als Buhmann

Oft bleibt aber unbeachtet, dass die Strompreise seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) weit stärker gestiegen sind als die Ökoenergie-Förderkosten – die Versorger nutzen solche Erhöhungen aber gern für besonders satte Aufschläge. Der frühere Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) lieferte sich hierüber einen öffentlichen Streit mit seinem Energieversorger Rheinenergie.

Was am 15. Oktober wohl Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagen wird? Er falle bisher nicht als großer Freund der Energiewende auf, meint die Opposition. Sie tituliert ihn als Blockierer und Arbeitsverweigerer. Gestern betont Rösler, man brauche das richtige Augenmaß bei der Energiewende: „Wir müssen nachsteuern, wenn Jobs und unsere Wettbewerbsfähigkeit bedroht sein sollten.“

Die jüngste Debatte ausgelöst hat ungewollt Bundesumweltminister Altmaier, als er erstmals offen eines der vielen Ziele infrage gestellt hatte, nämlich den Stromverbrauch im Vergleich zu 2008 bis 2020 um zehn Prozent zu senken. Er kann die Aufregung nicht verstehen. Am Dienstag, nach Abschluss des Petersberger Klimadialogs betont er: „Ich habe, seit ich Minister bin, mindestens 100 Mal erklärt, dass es meine Aufgabe ist, diese Energiewende zum Erfolg zu führen.“

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

Mittelbayerische.de Logo