Brand in Kinderheim - 40 Personen evakuiert - keine Verletzten
BÜCHLBERG, LKRS. PASSAU. Heute gegen 09.00 Uhr wurde der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Niederbayern ein Brand im St. Josef Kinderheim in Büchlberg mitgeteilt. Zahlreiche Einsatzkräfte wurden alarmiert. Durch das Feuer, das in einem Zimmer der Einrichtung entfachte, wurde glücklicherweise niemand verletzt. 40 Personen, darunter auch Bedienstete wurden evakuiert. Der Sachschaden dürfte sich etwa auf 10.000 Euro belaufen. Bei der Institution handelt es sich um eine innovative, heilpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe. Träger des Hauses ist die Sozialwerk Heilig Kreuz gemeinnützige GmbH, eine Tochtergesellschaft des Provinz- und Missionshaus Heilig Kreuz in Altötting.
Die ersten Maßnahmen vor Ort, wie Absperrung rund um den Brandort sowie erste Feststellung von Personalien von Personen und Unterstützung bei den Evakuierungsmaßnahmen wurden von Beamten der Polizeiinspektion Passau getroffen. Die Brandbekämpfung wurde von den Feuerwehren aus Büchlberg, Hutthurm, Hauzenberg und Schieging unter der Leitung vom 1. Kommandanten der FW Büchlberg, Ernst Kronawitter übernommen. Auch Fahrzeuge des Rettungsdienstes waren an der Einsatzstelle zugegen. Ebenso machte sich Büchlbergs Erster Bürgermeister Norbert Marold ein Bild von der Brandstelle.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand der Kripo Passau hat ein 15-Jähriger Heimbewohner in seinem Zimmer Kleidung vorsätzlich in Brand gesetzt und dadurch verursacht, dass die Brandmeldeanlage ausgelöst wurde. Der junge Mann ist seit November 2011 in der geschlossenen Abteilung des Hauses untergebracht. Etwa 40 Personen, darunter 20 Bedienstete verließen teilweise eigenständig das Heim ins Freie und wurden in einem etwa 200 Meter entfernt stehenden öffentlich zugänglichen Stadel untergebracht und betreut. Besonders hervor getan hat sich bei der Evakuierungsaktion eine Erzieherin des Heimes, die sich vorbildlich verhalten hat und eigenverantwortlich bei der Räumung und Betreuung die Einsatzkräfte unterstützte.
Der 15-Jährige wurde vorläufig festgenommen und in den Räumen der Kriminalpolizei Passau eingehend vernommen. Er räumt die Tat ein und gibt hinsichtlich seines Motives an, unzufrieden bzw. frustriert gewesen zu sein. Anscheinend gab es eine Meinungsverschiedenheit zwischen einer Erzieherin und ihm während des Sportunterrichtes. Daraufhin verließ er den Unterricht und rannte in sein Zimmer, wo er die Kleidungsstücke anzündete. Das verwendete Feuerzeug hat er vermutlich in irgend einer Weise in die Räume des Heimes eingeschmuggelt.
Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt, der Sachschaden insbesondere im Bereich der Brandausbruchstelle, aber auch Rauchschaden in angrenzenden Räumen beläuft sich auf etwa 10.000 Euro.
Die evakuierten Personen konnten mittlerweile in einer anderen Abteilung der Institution untergebracht werden.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Passau wurde der Beschuldigte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Er wurde in eine niederbayerische Anstalt für Jugend- und Kinderpsychatrie eingeliefert. Bereits in Büchlberg war der junge Mann aufgrund eines gerichtlichen Beschlusses untergebracht.
Ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Brandstiftung wurde in die Wege geleitet.
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Veröffentlicht am 21.06.2012 um 16.15 Uhr
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