Jugend für Heimat begeistern
Der Bayerische Waldgau wirbt mit verjüngter Gauvorstandschaft für die bodenständige Tracht und für den Nachwuchs.
Landkreis. Im Oktober 2011 konnte der Bayerische Waldgau – ein Zusammenschluss von Trachtenvereinen entlang der Grenze Bayern-Tschechien, der bis in das Gäuboden-Gebiet hineinreicht – auf sein 80-jähriges Bestehen zurückblicken: Im Jahre 1928 wird ein gewisser Gustav Pritzl zum Vorstand im Gau Niederbayern gewählt. Er stammte aus der Viechtacher Gegend.
Die „Waldler“ aus Viechtach sind zwar der älteste Verein im niederbayerischen Gau, doch die Waldler allgemein genießen im Gäuboden kein besonderes Ansehen. Dazu kommt, dass die Trachtenbewegung in Niederbayern noch in den Kinderschuhen steckt. Am 18. Oktober 1931 erfolgt in Kötzting die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft der Waldvereine. Gustav Pritzl übernahm die Leitung dieser Gemeinschaft. Am 15. November 1931 kommt es zur Gründungsversammlung des Bayerischen Waldgaues. In der Frühjahrsgauversammlung am 24. Februar 2008 in Grafenwiesen wird eine verjüngte Gauvorstandschaft gewählt. Erster Gauvorstand wird Hans Greil, sein Stellvertreter Andreas Tax, der auch als stellvertretender Landesvorsitzender die Geschicke der Trachtler überregional fördert. Gerne wählt Hans Greil bei offiziellen Anlässen ein Zitat von Thomas Morus: „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“
Soweit zur Geschichte, aktuell zählt der Waldgau rund 5600 Mitglieder in 37 Vereinen. Aus organisatorischen Gründen erfolgte eine Gliederung in folgende Bezirke: Freyung-Grafenau, Kötzting/Cham, Regen und Straubing-Bogen. Die „moderne“ Zeit macht auch vor den Trachtlern nicht Halt. „Erst war man stolz, Mitglied im Waldgau zu sein. Es hätte fast Raufereien gegeben, wer das erste oder zweite Gaufest ausrichten dürfe. Aber die Zeiten haben sich geändert. Facebook ersetzt das Miteinander-Reden“, so Hans Greil über die derzeitige Lage. Da die Kinder und die Jugend von heute die Aktiven von morgen sind, gilt der Jugendarbeit deshalb eine ganz besondere Aufmerksamkeit.
Knapp 2000 Kinder und Jugendliche verteilen sich über den Bayerischen Wald. In Volkstanz- und Schuhplattlergruppen, Theatergruppen und Musikgruppen verbringen hier junge Menschen ab dem sechsten Lebensjahr Woche für Woche mindestens für ein paar Stunden ihre Freizeit. In diesem Zusammenhang wurde der „Hans-bleib-do“-Ordner vom Gau entwickelt. Darin finden sich neben Volks- und Reigentänzen für Kinder und Jugendliche auch Lieder und Spiellieder, Bastelvorschläge sowie Spiele für die Gruppenstunde.
Weitere Informationen auf www.bayerischer-waldgau.de


