Holt den Müll ab!
Schwarzenfelder Sportangelverein muss sich mit alten Hütten und Wohnwagen herumschlagen.
Schwarzenfeld. Der Sportangelverein Schwarzenfeld ist seit Oktober des vergangenen Jahres stolzer Eigentümer des Ochsenweihers in Deiselkühn. Mit dem Gewässer hat sich der Verein aber auch Ärger eingekauft. Seit Jahren ist das Areal ein Dorado für Wildcamper. Das Landratsamt Schwandorf hat diese nun aufgefordert ihre hinterlassenen Spuren zu beseitigen. Die Zeit drängt: Bis zum 15. März muss am Weiher „klar Schiff“ gemacht worden sein. Das Problem: Keiner weiß, wem die Uralt-Wohnwagen, die noch herumstehen, eigentlich gehören.
Landratsamts-Pressesprecher Franz Pfeffer macht deutlich: „Hier ist klar gegen geltendes Baurecht verstoßen worden.“ Denn die Camper hatten es sich hier gemütlich eingerichtet, Hütten und Zäune errichtet, Stege gebaut und Hecken gepflanzt. Und mit der „schwarzen“ Begrünung ihrer Parzellen haben sie gleich noch gegen eine geltende Verordnung verstoßen. Thujen und ähnliche „exotische“ Pflanzen haben an einem Oberpfälzer Weiher nun gleich gar nichts zu suchen. „Das widerspricht klar naturschutzrechtlichen Bestimmungen“, so Pfeffer. Wenn, dann dürfen nur einheimische Sträucher auf dem Areal Wurzeln schlagen.
Insgesamt etwa zwölf Camper hatten hier ihren Dauerstellplatz. „Zwei Drittel davon haben wir ausfindig machen können“, erzählt der Vereinsvorsitzende Rudolf Lindner. Und die waren auch verständnisvoll, haben mittlerweile alles abgebaut. Drei Wohnwagen und eine baufällige Hütte sind noch übrig. „Einen weiteren Eigentümer haben wir zwischenzeitlich schon ermittelt“, so Lindner. Der will auch seine Parzelle räumen, kommt aber aus zeitlichen Gründen momentan nicht dazu. Bleiben noch drei bislang gänzlich unbekannte Besitzer. Und hier beginnen die Probleme der Angelfreunde. Fremdes Eigentum einfach so entsorgen, das dürfen sie nicht.
Der Vorsitzende hat sich schon erkundigt. „Wir müssten bei Gericht einen vollstreckbaren Titel erwirken“, betont er. Das wiederum kostet. Und auch das spätere Entsorgen der Camper-Unterkünfte wäre für den Verein mit finanziellen Aufwendungen verbunden. „Dafür müssten wir bestimmt um die 5000 Euro aufbringen“, schätzt Lindner – Geld, das die Sportangler aber nicht haben. „Wir haben schließlich alles in den Weiherkauf gesteckt“, erläutert Schriftführer Christian Seeber.
Der Verein hofft aber, dass die unbekannten drei Wohnwagen- und Hüttenbesitzer so vernünftig sind und sich noch beim Vorsitzenden Rudolf Lindner, Telefon (09435) 300633 melden werden.


