„So was ist noch nie passiert“
18. Januar: Ein Ehepaar kommt in Altenstadt ums Leben, zwei Brüder sterben in Schwandorf. Vier Tote in einer Nacht halten die Polizei in Atem.
Region. „So etwas ist noch nie passiert und wird hoffentlich nie mehr passieren“, sagt Stefan Hartl, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Regensburg. In den Abendstunden des 18. Januar überschlagen sich die Einsatzmeldungen. Um 20.30 Uhr werden in Schwandorf zwei Brüder erschossen aufgefunden. Um diese Zeit befindet sich die Kripo bei einem ähnlichen Familiendrama: In Altenstadt/WN hat man um 17.45 Uhr ein Ehepaar mit Stichverletzungen tot in der Wohnung entdeckt. Der Zufall will es, dass in nur zweieinhalb Stunden zwei schreckliche Gewaltverbrechen knapp 40 Kilometer entfernt die Polizei zum Härtetest „zwingen“. Nach Altenstadt/WN werden mehrere Fahrzeug losgeschickt. Während die Kollegen dort ausreichend beschäftigt sind, rollt nach Schwandorf ein Sonderkommando. Die Schwandorfer Situation ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar erkennbar, Vorsicht ist geboten.
An beiden Tatorten werden die Beamten im weitesten Sinn engste Mitwisser von zwei Tragödien, wie sie auch für Polizisten nicht alltäglich sind. Doch spielt die Tragik oder Grausamkeit des Verbrechens keine Rolle dabei, wer bei Mordfällen ausrückt. Auch dann, wenn es sich bei manchen Polizisten um den „ersten Mord“ handelt. „Das gehört zum Berufsbild und ist zumutbar“, erklärt Hartl. Kann ein Polizist dennoch solche Erlebnisse nicht selbst verkraften oder aufarbeiten, bietet das Polizeipräsidium interne Hilfe an. Diplomsozialpädagogin Daniela Reger leistet Unterstützung und Beratung bei psychischen Belastungskrisen. Nicht zur Polizeiarbeit gehört allerdings in Mord- oder Todesfällen die Verständigung oder Betreuung von Verwandten. „Wir haben hierfür ein sehr gutes Kriseninterventionsteam, Seelsorger unterstützen uns bestens“, sagt Stefan Hartl. Er ist froh, hier erfahrene Fachleute zur Hand zur haben.


