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Donnerstag, 23. März 2017 13° 4

Voll ins Schwarze!

„Barbaras boshaftes ABC“ – das ironische Alphabet, ab sofort an dieser StelleVon Thomas Dietz, MZ

Unsere neue Gast-Autorin: Barbara Junghans Fotos: altrofoto.de

Betrachten Sie die elegante Erscheinung, wie sie da neben ihrer Holzeule auf dem Kamelsattel sitzt, ganz sorgsam. Finden Sie nicht auch? Diese Augen versprühen Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Die Dame heißt Barbara Junghans und sie schreibt genau so, wie sie guckt: Frech, locker, intelligent und mit hintergründigem Witz.

Vor drei Jahren debütierte Barbara Junghans mit einem erotischen Roman, nun, wenn schon, denn schon! „Der Sommer der Marschallin, eine nicht ganz moralische Geschichte“, heißt er (PCR-Verlag, 8,50 Euro). Darin geht es, kurz gesagt, um eine verheiratete Frau mit drei Kindern und vier Enkelkindern, die im Urlaub eine heftige Liebesaffäre mit dem 40 Jahre jüngeren Türken Ismet, ja, man muss ganz direkt sagen, genießt...

Der Roman beginnt so: „Er lag auf dem Bauch, seine Junghengstmähne verdeckte sein Gesicht und sie fragte sich voller Erstaunen: Wie, zum Teufel, kommt dieser blutjunge Kerl in mein Bett?“ Sie liegen ebenfalls richtig – genauso geht’s weiter. „Da hab’ ich richtig schön unbedarft losgelegt“, sagt sie heute etwas beklommen. Der zweite „Junghans“ war die Sammlung „Heirate und du lachst dich kaputt. Der steinige Weg zur idealen Gattin.“ Wer einst „Ich hab mein Herz im Wäschekorb verloren“ von Erna Bombeck mochte, wird sich auch hier unfehlbar wiedererkennen.

Barbara Junghans ist geborene Berlinerin, lebt aber seit 1945 in Bayern und seit 1953 in Regensburg. Sie schreibt, seit sie es „in der Dorfschule mit dem Griffel auf der Schiefertafel gelernt hat“: Alltagsgeschichten, Glossen, Feuilletons. Die ausgebildete Auslandskorrespondentin spricht englisch, französisch, spanisch und hat auf Fuerteventura spontane Lesungen auf der Hotelterrasse angefangen. Das hat sich als „Literatur auf der Liege“ eingebürgert. In oberpfälzischen Altenheimen liest die Dame mit dem geborenen Augenzwinkern auch. Die kurze Form kommt gut an und die Senioren haben danach rote Wangen vom Lachen. Etwa, wenn sie vom „Lob der Dicken“ gehört haben oder von Barbaras peinlicher Begegnung mit ihrem Regensburger Buchhändler am Nacktbadestrand. Die kommt beim Buchstaben „F“: FKK-Knigge.

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