Athen: Wirtschaft schrumpft auch 2013
Griechenland wird weiter tief in der Rezession feststecken. In Athen hat die „Troika“ Bedenken. Die Krise schlägt voll auf Europas Job-Markt durch.
Wo geht es hin mit dem Euro? Die Wirtschaft in Athen schrumpft weiter. Foto: dpa
Athen/Madrid. Die Hiobsbotschaften in der Eurokrise reißen nicht ab: In der Euro-Zone hat die Arbeitslosigkeit einen neuen Rekordstand erreicht. Die Wirtschaft im pleitebedrohten Griechenland wird auch im kommenden Jahr wieder deutlich schrumpfen. Und ein Treffen der Geldgeber-“Troika“ mit dem griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras ging am Montagabend ohne konkretes Ergebnis zu Ende. In Spanien reagierten die Finanzmärkte immerhin positiv auf die Ergebnisse des Banken-Stresstests.
Die Arbeitslosigkeit in den 17 Euro-Ländern erreichte im August einen neuen Rekord. 18,2 Millionen Menschen waren ohne Job - so viele wie noch nie seit Einführung des Euro. Das entsprach einer Quote von 11,4 Prozent, wie das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat Juli wurden 34 000 mehr Arbeitslose gezählt; gegenüber dem Vorjahr war das ein Anstieg von mehr als zwei Millionen. Seit mehr als einem Jahr steigt die Arbeitslosigkeit stetig. Besonders angespannt ist die Lage in den südeuropäischen Euro-Krisenländern Spanien, Griechenland, Portugal und Zypern. Auftragsverluste, Firmenpleiten und Entlassungen belasten dort den Arbeitsmarkt. In Spanien ist jeder Vierte ohne Arbeit, in Griechenland inzwischen ebenfalls fast jeder Vierte.
Kein positiver Bericht, keine neue Auszahlung
In Athen setzten am Montag die „Troika“-Experten der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) ihre Kontrollen fort. „Sie (die Troika) wollen einige Erläuterungen des (Spar)Programms, das wir ihnen präsentiert haben“, sagte der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras nach dem Treffen. „Wir werden uns wiedertreffen“. Ein positiver Bericht der Kontrolleure ist Voraussetzung für die Auszahlung einer nächsten Hilfstranche an das pleitebedrohte Euro-Land von 31,5 Milliarden Euro. Wann der Abschlussbericht vorliegen wird, ist weiter unklar. Die Experten stellten bei ihren neuen Kontrollen fest, dass rund zwei Milliarden Euro des Sparpakets in Höhe von insgesamt 14,5 Milliarden Euro unsicher seien und durch weitere Lohn- und Rentenkürzungen ersetzt werden müssten. Zudem sollen 15 000 Staatsbedienstete entlassen werden. Das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands wird dem Finanzministerium zufolge im kommenden Jahr voraussichtlich um 3,8 Prozent sinken. Ministerpräsident Antonis Samaras will so schnell wie möglich das grüne Licht der „Troika“ erhalten und das Programm vom Parlament in Athen billigen lassen. Er wolle dann mit dem verabschiedeten Sparprogramm zum EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober nach Brüssel reisen, heißt es in griechischen Medienberichten.

