Wirtschaft 08.03.2013, 18:01 Uhr

Dax schafft zeitweise die 8000

Zum ersten Mal seit Anfang 2008 ist der Dax über 8000 Punkte gestiegen. Am Ende konnte er die Marke nicht halten. Es bleibt ein dickes Wochenplus

Der Rückenwind von den US-Börsen und den internationalen Notenbanken sowie positive Geschäftsergebnisse, etwa von Adidas, haben den Dax über 8000 Punkte getrieben. Foto: dpa

Der Rückenwind von den US-Börsen und den internationalen Notenbanken sowie positive Geschäftsergebnisse, etwa von Adidas, haben den Dax über 8000 Punkte getrieben. Foto: dpa

Frankfurt . Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat am Freitag erstmals seit 2008 wieder die Marke von 8000 Punkten geknackt. Das Leitbarometer der Deutschen Börse in Frankfurt am Main notierte am Morgen zeitweise bei 8002,98 Punkten und damit knapp 0,8 Prozent über dem Schlussniveau des Vortages. Auch an anderen Börsen weltweit setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort.

Zuletzt hatte der Dax Anfang 2008 über der Schwelle von 8000 Punkten notiert. Am Freitag schloss er bei 7986,47 Punkten.

Seit Monaten befinden sich wichtige Börsen weltweit im Aufwind. In den USA ist der Aktienindex Dow Jones auf Rekordkurs. Am Donnerstag hatte er den dritten Tag in Folge ein neues Allzeithoch erreicht und schloss mit 14.329,49 Punkten. Am Freitag startete er wegen der überraschend positiven Arbeitsmarktdaten im Plus.

Auch andere Börsen in Europa und anderen Weltregionen verzeichneten am Freitag Kursgewinne. In London lag das Leitbarometer nach Handelsschluss knapp 0,7 Prozent im Plus - ähnlich die Börse in Paris, die am Abend sogar mit einem Plus von 1,22 Prozent aus dem Handel ging.

Die japanische Börse in Tokio erreichte den höchsten Stand seit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008. Mit dem Kollaps des Geldhauses hatte sich die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise massiv verschärft.

Grund für die momentane Aktienrallye am deutschen Markt ist nach Einschätzung von Christian Schmidt, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), der Mangel an anderen attraktiven Geldanlagen. Die Zinsen für Anleger etwa bei Tages- oder Festgeld seien niedrig, sagte Schmidt. Gleichzeitig würden trotz insgesamt vergleichsweise hoher Notierungen Aktienkurse momentan „immer noch als günstig angesehen“.

Auch sei in der Wahrnehmung der Anleger die Eurokrise offenbar in den Hintergrund getreten, sagte Schmidt. Faktoren wie die hohe Arbeitslosigkeit in südeuropäischen Ländern oder Streiks „interessieren momentan offenbar niemanden“. Diese Faktoren bildeten „eine Mischung, die dafür spricht, dass es noch ein bisschen weiter geht“ mit der Aktienrallye. Für die Märkte psychologisch bedeutsamer als die nun wieder geknackte Marke von 8000 Punkten sei das Allzeithoch des Dax von 8151,569 Punkten, das zuletzt am 13. Juli 2007 erreicht wurde.

Auch der Leiter Aktienstrategie der Baader Bank, Gerhard Schwarz, sieht noch Raum für einen weiteren Anstieg des Dax. Nach dem Kursrückgang im Februar gebe es „noch ein bisschen Rückenwind“, sagte Schwarz. Dennoch sei im Aktienmarkt mit der „einen oder anderem Verschnaufpause“ zu rechnen. Bis zum Ende des ersten Halbjahres könne der Dax bei 8250 Punkten notieren. (afp)

 

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