Wirtschaft 27.04.2012, 16:44 Uhr

dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

. Die Schuldenkrise ist wieder da - Im Fokus steht Spanien

Madrid (dpa) - Spanien gerät immer stärker in den Sog der Schuldenkrise. Nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) um gleich zwei Stufen rücken die vielen Baustellen der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone ins Licht: Spaniens Außenminister José Manuel García-Margallo sprach am Freitag von einer Krise gewaltigen Ausmaßes. Im staatlichen Rundfunk verwies er auch auf die Immobilienblase in Spanien, die niedrige Produktivität und die sehr schwache Inlandsnachfrage. S&P hatte am Donnerstagabend nicht nur die Bonität des Landes herabgestuft. Auch der Ausblick für Spanien wurde auf «negativ» gesetzt. Damit droht eine weitere Herabstufung. Vor diesem Hintergrund dürfte es für das hoch verschuldete Land teurer und schwieriger werden, sich Geld von Investoren zu besorgen.

Verdi: Neckermann will gut jede zweite Stelle streichen

Frankfurt/Main (dpa) - Der Versandhändler Neckermann.de will nach Gewerkschaftsangaben mehr als jede zweite Stelle streichen. Von insgesamt 2500 Jobs sollen knapp 1400 entfallen, davon der größte Teil am Stammsitz in Frankfurt, sagte Verdi-Handelssekretär Wolfgang Thurner, der auch Mitglied im Neckermann-Aufsichtsrat ist, der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Das Logistikzentrum in Frankfurt solle dichtgemacht werden. Nach Angaben von Thurner will das Unternehmen in der kommenden Woche Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufnehmen. Neckermann gehörte einst zu dem Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Nach der Arcandor-Pleite wurde das Unternehmen komplett vom US-Investor Sun Capital übernommen.

US-Wachstum schwächt sich stärker als erwartet ab

Washington (dpa) - Die US-Konjunktur hat sich im Startquartal 2012 stärker abgeschwächt als erwartet. Von Anfang Januar bis Ende März legte die größte Volkswirtschaft der Welt - auf das Jahr hochgerechnet - um 2,2 Prozent zu. Das teilte das Handelsministerium am Freitag in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten zumeist einen Zuwachs von 2,5 Prozent erwartet. Im letzten Quartal 2011 hatte die Wirtschaft mit drei Prozent einen starken Schlussspurt hingelegt. Trotz der Abschwächung sprachen viele Experten aber von einer insgesamt positiven Entwicklung: Sie sehen Anzeichen für ein «nachhaltiges Tempo» bei der Konjunkturerholung.

Warnstreikwelle in Metall-Tarifrunde rollt langsam an

Frankfurt/Main/Berlin (dpa) - Im Tarifkonflikt der deutschen Schlüsselindustrie Metall und Elektro kommt es am Wochenende zu ersten Warnstreiks in den westdeutschen Ländern. Unmittelbar nach dem Ablauf der Friedenspflicht dort in der Nacht zu Sonntag hat die Gewerkschaft IG Metall ab 0.00 Uhr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, allerdings zunächst nur in einigen wenigen Betrieben. Richtig anlaufen soll die Warnstreikwelle dann ab Mitte der Woche. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall kritisierte, die Warnstreiks seien «unnötig und schädlich». Die Gewerkschaft will mit den Aktionen ihren Forderungen im Tarifkonflikt für rund 3,6 Millionen Beschäftigte Nachdruck verleihen. Die IG Metall verlangt in einem Paket 6,5 Prozent mehr Geld sowie die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Die Arbeitgeber bieten bislang 3 Prozent mehr Geld.

Dax verdaut Spanien-Schock: erneut über 6800 Punkten

Frankfurt/Main (dpa) - Im Sog guter Unternehmenszahlen hat der Dax am Freitag den Spanien-Schock verdaut und wieder die Marke von 6800 Punkten übersprungen. Noch am Morgen waren die Märkte belastet durch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) mit deutlichen Abschlägen gestartet, drehten dann aber ins Plus. Der Dax stand am Nachmittag mit 1,19 Prozent im Plus bei 6820 Punkten. Der MDax verbuchte dank guter Continental-Ergebnisse einen Zuwachs von 1,26 Prozent auf 10 896 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,50 Prozent auf 791 Punkte aufwärts. Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,36 (Vortag: 1,39) Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3229 (Donnerstag: 1,3215) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7559 (0,7567) Euro.

 

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