IG Metall fordert weiter 6,5 Prozent mehr
Der erste Vorsitzende Berthold Huber bleibt bei der Forderung nach einer Lohnerhöhung in der nächsten Tarifrunde.
Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber
Frankfurt/Main. Die IG Metall bleibt bei ihrer Forderung nach bis zu 6,5 Prozent mehr Geld in der anstehenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie. Er werde sich bei der Vorstandssitzung am Dienstag dafür aussprechen, kündigte der Erste Vorsitzende Berthold Huber am Montagabend in Frankfurt an. Man werde auf einer kurzen Laufzeit bestehen, ergänzte die im Vorstand für Tarifpolitik zuständige Helga Schwitzer. Entsprechend hatten sich bereits die sieben Bezirke der Gewerkschaft geäußert, die in zwei Wochen die endgültigen Forderungen förmlich beschließen werden.
Die Entgelt-Forderung stehe gleichberechtigt neben den inhaltlichen Anliegen nach einer unbefristeten Weiterbeschäftigung der Ausgelernten und mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeitern, führten die Gewerkschafter aus. Huber verteidigte seinen Ansatz, bei der Forderung auch die gute konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2011 zu berücksichtigen. In dem Jahr sei der verteilungsneutrale Spielraum wegen des sehr langfristigen Krisenabschlusses aus dem Jahr 2010 nicht völlig ausgeschöpft worden. Die Gewerkschaft verlange keinen Nachschlag, sondern eine faire Beteiligung der Belegschaft am Aufschwung.
Verhandlung bei Leiharbeitern besonders schwierig
Besonders schwierige Verhandlungen erwartet die IG Metall in der Frage der Leiharbeiter. In den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie will sie eine erweiterte Mitbestimmung der Betriebsräte zum Einsatz von Leiharbeitern erreichen. Parallel dazu beginnen am 22. Februar im Raum Düsseldorf die Verhandlungen mit den Zeitarbeitsverbänden BAP und IGZ. Dort werde man für die rund 300 000 Leiharbeiter einen Branchenzuschlag verhandeln, der die Lücke zur Gleichbezahlung mit den Stammarbeitern kleiner mache, kündigte der Zweite Gewerkschaftsvorsitzende Detlef Wetzel an.


