Wirtschaft 30.05.2012, 19:25 Uhr

Müsli-Jungs eröffnen Laden in Regensburg

Das erfolgreiche Passauer Internet-Unternehmen entdeckt den „Offline-Vertrieb“ und expandiert in kleinen Portionen.


        Zwei von drei Gründern: Hubertus Bessau (l.) und Max WittrockFoto: Lex

Zwei von drei Gründern: Hubertus Bessau (l.) und Max WittrockFoto: Lex

von Christine Hochreiter, Mz

Regensburg/Passau. Max Wittrock (29) strahlt über das ganze Gesicht. An diesem Mittwoch eröffnet er in der Regensburger Fußgängerzone einen Laden. Es ist der dritte. Das erste Geschäft hatten drei Passauer „Müsli-Jungs“, wie sie sich selbst nennen, 2009 – zwei Jahre nach der Firmengründung – aufgemacht. Wie fast alles, was die Jungunternehmer angepackt haben, wurde es zum Erfolg. Und seit kurzem ist MyMuesli, das x-mal preisgekrönte Start-up mit Internet-Vertrieb, auch auf rund 80 Quadratmetern am Münchner Viktualienmarkt präsent.

Was online so vortrefflich funktioniert, soll auch „offline“ ein Renner werden. Und so manchen Passanten zieht es fast magisch in den Laden mit den vielen farbenfrohen Dosen und Behältern. Die sollen den Kunden Lust auf mehr machen – als eine Art „Einstiegsdroge“ (Wittrock) für das virtuelle Angebot. Dort kann man sich sein individuelles Spezial-Müsli aus über 80 Zutaten zusammenstellen – in insgesamt 566 Billiarden Varianten. Laut Wittrock kann man sich die Bestellung auch versandkostenfrei im Laden abholen. Neben Bio-Müsli gibt es außerdem frisch gepressten „Oh!Saft“ und fairen „Green Cup“ Kaffee von sogenannten Single Fincas.

Um die Expansion auf drei Säulen – online, eigene Läden und mit Einzelhändlern als Vertriebspartner – vernünftig voranzutreiben, haben die Gründer jetzt einen Profi von Heinz Ketchup ins Boot geholt. Der soll sich um die Konzepte für einzelne Standorte und Märkte kümmern. „Irgendwann kapiert man halt doch, dass man nicht alles selber machen kann“, sagt Max Wittrock. Auch im Online-Handel sieht er noch ein großes Potenzial – zunächst in den europäischen Kernländern Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien. Darüber hinaus gebe es beim Bekanntheitsgrad noch Handlungsbedarf. „Neulich habe ich einen Vortrag an der Uni gehalten, und da hat doch tatsächlich die Hälfte der Studenten unsere Marke nicht gekannt!“, sagt der Gründer. Zu den wirtschaftlichen Kerndaten hält er sich nach wie vor bedeckt. So viel sagt Wittrock dennoch: „Wir haben inzwischen mehr als 100 Mitarbeiter und wachsen immer noch extrem deutlich.“

 

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