Wirtschaft 09.08.2012, 14:41 Uhr

Zeit des Stellenzuwachses vorbei

Das Geschäft der Oberpfälzer Metall- und Elektroindustrie hat sich mehr als erwartet abgekühlt. Zusätzliche Jobs wird es deshalb vorerst nicht mehr geben.

Gedämpfter Optimismus: Johann Lang (l) und Harald Mayrhofer präsentieren die Umfrage des Arbeitgeberverbands. Foto: Fleischmann

Gedämpfter Optimismus: Johann Lang (l) und Harald Mayrhofer präsentieren die Umfrage des Arbeitgeberverbands. Foto: Fleischmann

Von Bernhard Fleischmann, MZ

Regensburg. Noch vor einem halben Jahr schien die Oberpfälzer Metall- und Elektroindustrie (M+E) immun gegen die einbrechenden Märkte vor allem in Südeuropa: Krise? Nicht bei uns, lautete im Winter die Botschaft der Arbeitgeberverbände bayme und vbm. Das hat sich geändert.

Abschwächung stärker als erwartet

Von einer spürbaren Abkühlung berichtete am Donnerstag der Vorstandsvorsitzende der Region Regensburg, Harald Mayrhofer, bei einer Pressekonferenz in Regensburg. Eine Abschwächung habe man schon seinerzeit erwartet, aber nicht in diesem Ausmaß. Die Befragung der Mitgliedsunternehmen ergebe eine weitere Verlangsamung des Geschäfts in den kommenden Monaten. Einen Einbruch erwarteten die Betriebe indes mehrheitlich nicht. Die deutlich eingetrübte Situation und der pessimistischere Ausblick werde sich auf die Beschäftigung auswirken. Zwar habe die Branche mit rund 61.000 Beschäftigten im ersten Halbjahr noch 1100 neue Arbeitsplätze geschaffen, was der Verbände-Vorstandschef für Oberpfalz-Nord, Johann Lang, als höchst erfreulich empfindet.

Aber so wird es offenbar nicht weitergehen: „In der M+E-Industrie in der Oberpfalz wird es keine zusätzlichen Jobs geben. Der Stellenzuwachs ist zunächst beendet“, interpretierte Mayrhofer das Umfrageergebnis. Dieses fällt sogar noch pessimistischer aus. Denn während 18 Prozent der Betriebe die Zahl der Beschäftigten erhöhen wollten, gehe über ein Drittel der Firmen davon aus, Stellen abbauen zu müssen. Dieses negative Saldo müsse aber nicht zwingend Realität werden, sagte Mayrhofer. Denn erfahrungsgemäß würden die Unternehmen sehr vorsichtig planen.

Die Perspektiven bezeichneten die Verbandsvorstände als sehr unsicher. Dies liege vor allem an den nahen Exportmärkten. Fast 88 Prozent der Betriebe erwarteten, dass ihr Absatz in Spanien sinken wird, bei Italien sind es 71 Prozent. Gerade für die kleineren Unternehmen sei aber Europa der entscheidende Exportmarkt. Denen helfe es weniger, dass in Russland, den asiatischen und lateinamerikanischen Schwellenländern und in den USA die Zeichen auf Wachstum stünden. Doch auch auf den „Emerging Markets“ lasse die Dynamik nach. Das Bruttoinlandsprodukt Chinas zum Beispiel habe zuletzt mit 7,6 Prozent so wenig zugelegt wie seit drei Jahren nicht mehr. In China gelten wegen der besonderen Verhältnisse Wachstumsraten von unter acht Prozent als problematisch.

Umfrage - Ergebnis

 
 
 
 

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