mz_logo

Panorama
Samstag, 21. Oktober 2017 19° 3

Wohnen

Das Comeback des Kachelofens

An den kalten Tagen rücken sie in den Fokus: Öfen bringen Wärme und sorgen für Gemütlichkeit – ein Überblick über die Trends.
Von Katja Fischer, dpa

Der Kachelofen ist wegen seiner langanhaltenden, gleichmäßigen Leistung als Dauerheizung geeignet. Dazu verströmt er im Wohnraum traditionelles Flair – auch in moderner Optik. Fotos: HKI/dpa-tmn

St. Augustin.Die Ofenbank war schon zu Großmutters Zeiten ein beliebter Platz in Wohnzimmer oder Küche. Jeden Morgen wurde der Kachelofen mit Holz und Briketts geheizt und gab dann den Tag über eine angenehme Wärme ab. Das Befüllen und Reinigen des Ofens war damals allerdings eine anstrengende und schmutzige Angelegenheit.

Jetzt liegen diese Öfen wieder im Trend. Sie kommen gut an, weil sie Ruhe und Behaglichkeit ausstrahlen. Auch als Ergänzung zur modernen Heizungsanlage sind sie gefragt. Aber es gibt eine gute Nachricht: Die modernen Öfen sind wesentlich bedienungs- und umweltfreundlicher als ihre Vorgänger.

Ein hoher Wirkungsgrad

Und sie haben einen viel höheren Wirkungsgrad. „Der Kachelofen, auch Grundofen oder Speicherofen genannt, ist wegen seiner langanhaltenden, gleichmäßigen Heizleistung als Dauerheizung geeignet“, erläutert Tim Froitzheim, Referent für Ofen- und Luftheizungsbau beim Zentralverband Sanitär, Heizung und Klima in Sankt Augustin bei Bonn. „Sein hoher Wirkungsgrad macht ihn ideal für Niedrigenergiehäuser.“

Charakteristisch sind der zweischalig gemauerte Feuerraum und das ausgeklügelte System an steigenden, fallenden und liegenden Heizgaszügen aus hochwertigen Schamottesteinen. „Kachelöfen werden entweder als Bausatz geliefert oder in aufwendiger Handarbeit gefertigt“, erklärt Frank Kienle, Geschäftsführer des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik (HKI) in Frankfurt am Main. „Meist handelt es sich um liebevoll gearbeitete Einzelstücke, die eine klare Handschrift ihres Besitzers tragen.“ Je nach Größe und Beschaffenheit des Gebäudes kann der Kachelofen ein ganzes Haus beheizen.

Für einen Kaminofen muss ein geeigneter Schornstein vorhanden sein.

Aber der Kachelofen ist nur eine Ofenform, die Hausbesitzer wählen können. Auch viele Materialien, Farben und Formen sind möglich. „Die Optik ist wichtig. Entscheidend für den Kauf ist aber, wo der Ofen im Raum stehen wird und welche Aufgaben er im Haus erfüllen soll“, betont Alexis Gula vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.

„Kaminöfen sind Feuerstätten aus Stahl oder Gusseisen“, erläutert HKI-Experte Kienle. „Verkleidet mit Stahlblech, Naturstein oder Keramik heizen sie sich schnell auf und spenden schon nach kurzer Zeit eine angenehme Wärme.“ Solche Öfen lassen sich in praktisch jeder Wohnung aufstellen. Um einen Kaminofen zu installieren, muss ein geeigneter Schornstein vorhanden sein. „Art und Länge des Schornsteins richten sich danach, wo der Kaminofen später im Raum stehen wird“, erklärt Gula. Die meisten stehen an der Wand, aber ein Kamin lässt sich auch mitten im Raum aufstellen. Wird ein Schornstein nachgerüstet, ist ein Durchbruch durch die Wand nötig, und der Schornstein wird an der Außenwand entlanggeführt. Es gibt auch die Möglichkeit, ihn durch das Dach zu verlegen. Sonderformen der Kaminöfen sind wasserführende Modelle, mit denen nicht nur ein Zimmer, sondern weitere Räume beheizt und warmes Wasser bereitet werden kann. Es gibt auch Speicheröfen, die die Kraft des Feuers speichern und über viele Stunden als Strahlungswärme abgeben. „Diese Arten eignen sich für alle, die den Kaminofen als zusätzliche Heizung nutzen möchten“, erklärt Kienle.

Blick auf die Flammen

Der Heizkamin ist eine Weiterentwicklung des klassischen offenen Kamins. Von seinem Vorläufer unterscheidet er sich vor allem darin, dass er mit einem modernen Heizeinsatz – einem geschlossenen Feuerraum – ausgestattet ist. Das macht ihn viel effizienter. Der Heizkamin verfügt über eine Sichtscheibe, die den Blick auf die Flammen freigibt. „Diese Kaminart zeichnet sich durch wenig Emissionen und geringen Wärmeverlust aus und schont damit die Umwelt und den Geldbeutel gleichermaßen“, sagt Kienle. Falls im Haus ein offener Kamin vorhanden ist, empfiehlt er, ihn mit einer Heizkassette nachzurüsten.

Aber der Kachelofen ist nur eine Ofenform, die Hausbesitzer wählen können. Auch viele Materialien, Farben und Formen sind möglich.

Besitzer von Gaskaminen müssen nicht auf die züngelnden Flammen hinter der Glastür verzichten, obwohl der Brennstoff aus der Erd- oder Flüssiggasleitung kommt. „Gaskamine gelten als besonders schadstoffarm und sind durch öffentliche Anbindung an das Netz fast überall einsetzbar“, erklärt Kienle. „Sie werden gerne in Stadtwohnungen eingebaut, da für sie kein Brennstoffvorrat angelegt werden muss.“

Pelletöfen erreichen nicht selten einen Wirkungsgrad von 90 Prozent und eignen sich somit besonders für ein effektives Heizen. Die gesamte Verbrennung wird elektronisch gesteuert. Gezündet wird auf Knopfdruck. „Pelletöfen mit Wassertechnik können auch das Herzstück eines modularen Heizsystems für das Haus bilden“, erklärt Froitzheim. „Diese Heizsysteme eignen sich besonders für Häuser mit geringem Wärmebedarf wie Niedrigenergiehäuser.“

Hier geht es zu den aktuellen Meldungen.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht