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Panorama
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Naturkatastrophe

Erdbeben: Ruhani sagt Wiederaufbau zu

Mehr als 400 Menschen sind bei dem Beben in der kurdischen Grenzregion gestorben. Nun sucht der Präsident das Gebiet auf.

Nach dem schweren Erdbeben haben viele Menschen die Nacht im Zelt verbracht. Foto: Kyodo

Kermanschah.Nach dem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen Iran und Irak mit mehr als 400 Toten verordnet Teheran einen staatlichen Trauertag. Die betroffenen Menschen hadern teilweise mit der offiziellen Hilfe. Nun sucht der Präsident die Katastrophenregion auf.

Irans Präsident Hassan Ruhani hat den Menschen in der Kermanschah-Provinz einen raschen Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben zugesagt.

„Heute stehen alle Iraner hinter Kermanschah, und wir werden alles tun, damit die Menschen hier diese Tragödie schneller vergessen können“, sagte er am Dienstag nach seiner Ankunft im Katastrophengebiet.

„Heute stehen alle Iraner hinter Kermanschah, und wir werden alles tun, damit die Menschen hier diese Tragödie schneller vergessen können.“

Irans Präsident Hassan Ruhani

Die Regierung in Teheran werde alles tun, damit die vom Beben betroffenen Städte rasch wieder aufgebaut werden können. „Unser Fokus sind Wohnkomplexe, da müssen wir den Menschen bei dem Aufbau besonders zur Seite stehen“, sagte Ruhani, der sich vor Ort ein Bild von der Lage machen wollte.

Mehr als 7000 Menschen wurden verletzt

Laut jüngsten offiziellen Angaben kamen nach dem Erdstoß der Stärke 7,3 in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak 423 Menschen ums Leben. Außerdem wurden mehr als 7000 Verletzte gezählt. Der Mittelpunkt des Bebens lag in etwa 34 Kilometern Tiefe in der westiranischen Provinz Kermanschah.

Weitere Beben

  • Die Spannungen

    in der Erdkruste in der Region haben sich nach dem Beben erhöht. Weitere starke Erschütterungen in Nachbarregionen könnten die Folge sein, sagt Professor Marco Bohnhoff vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam.

  • Im Bereich

    um das Zagros-Gebirge gibt es immer wieder Erdbeben. In der jetzt betroffenen Region seien sie aber in diesem Ausmaß selten: „Ein Beben der Stärke 7,3 tritt im Schnitt alle 100 bis 150 Jahre auf“, erklärte der Experte. ist tektonisch sehr komplex und aktiv, mit Erdplatten, die sich gegeneinander bewegen“, so Bohnhoff.

Die weitaus meisten Todesopfer gab es auf der iranischen Seite der Grenze. Am schlimmsten traf es die beiden Grenzstädte Sare Pole Sahab und Ghassre Schirin. Trotz Kälte verbrachten viele Menschen in der Provinz die Nacht angesichts von mehr als 200 Nachbeben im Freien.

„Wir bedanken uns für die internationale Anteilnahme und Hilfsangebote, aber wir haben es vorläufig im Griff.“

Außenminister Mohamed Dschawad Sarif

Die Bergungsarbeiten seien in manchen Städten beendet, in anderen gehen sie jedoch weiter, hieß es. Sowohl die Menschen als auch die Behörden in Kermanschah sind offenkundig nicht zufrieden mit der Hilfe aus Teheran, hoffen jedoch, dass sich das nach Ruhanis Besuch ändert. Die Regierung hat wegen den Dienstag zum staatlichen Trauertag erklärt.

Laut Außenminister Mohamed Dschawad Sarif will der Iran vorerst auf internationale Hilfe verzichten. „Wir bedanken uns für die internationale Anteilnahme und Hilfsangebote, aber wir haben es vorläufig im Griff“, schrieb er am Dienstag auf seiner Twitter-Seite. Er werde seine Kollegen jedoch bei Bedarf in Kenntnis setzen. Neben einigen arabischen Staaten hatte die internationale Gemeinschaft, auch Irans Erzfeinde USA und Israel, dem iranischen Volk ihr Beileid ausgesprochen.

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