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Tiere

Erstmals Pelikan-Nachwuchs in Stralsund

Bei Menschen sorgt mitunter ein Stromausfall für einen Babyboom, bei den Rosapelikanen im Stralsunder Zoo kamen unter der Stallpflicht erstmals Jungtiere zur Welt. Offenbar hat die Enge im Winterquartier den Fortpflanzungstrieb ausgelöst.
Von Martina Rathke, dpa

Stralsund.Erstmals in 27 Jahren haben die Rosapelikane im Stralsunder Zoo Nachwuchs bekommen. Zwei etwa 30 Jahre alte Weibchen, die seit 1990 im Zoo leben, legten nach Zooangaben neun Eier.

Zwei Jungtiere waren demnach bis Dienstagvormittag bereits geschlüpft. „Das ist für uns eine große Besonderheit“, sagte der zuständige Tierpfleger Kay Deichfischer. „Erstmals seit Haltungsbeginn ist es zu einer befruchteten Eiablage im Zoo gekommen.“

Die wegen der Vogelgrippe verordnete Stallpflicht, die auch für den Stralsunder Zoo nach Angaben der Stadt eine erhebliche Belastung dargestellt habe, hat offenbar den Bruterfolg begünstigt. Die Stralsunder Rosapelikane dürfen seit Mitte November nicht mehr ins Freie. Auf den sonst im ihrem Winterquartier üblichen Auslauf zum Winterteich mussten die Tiere in diesem Jahr verzichten.

Die Enge im Winterquartier habe bei den Koloniebrütern prompt den Fortpflanzungstrieb ausgelöst, teilte die Stadtverwaltung mit. Aus Beobachtungen in der freien Natur und in Zoos sei bekannt, dass die Tiere durch die in den Brutkolonien herrschende Enge zur Fortpflanzung stimuliert werden.

In diesem Winter seien aber auch weitere Faktoren zusammengekommen, sagte Deichfischer. Begünstigend habe auch bewirkt, dass dank der Anschaffung weiterer Tiere nun endlich das Geschlechterverhältnis gestimmt habe. Zudem sei die Voliere heller gestaltet worden. Die wegen der Vogelgrippe verordnete Stallpflicht habe letztendlich für Gedränge gesorgt und damit einen „dauerhaften Anreiz“ gesetzt, sagte Deichfischer.

„In der Voliere haben dann die Paare mit dem Bau der meterhohen typischen Kegelnester begonnen.“ Die Eier waren Anfang Januar befruchtet und gelegt worden. Nach 33 Tagen Brutzeit im Brutautomaten kamen die ersten Jungtiere am 9. und 13. Februar zur Welt. Ein dritter Schlupf werde Anfang März erwartet. Bei zwei weiteren Eiern sei noch nicht klar, ob sie befruchtet seien. Der Rest der Eier war unbefruchtet.

Nach Angaben des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) beginnt bei den in Zoos gehaltenen Pelikanen im Winter die Brutzeit, wenn die Tiere ins Winterquartier genommen werden und dort zusammenrücken. Viele Faktoren spielten für eine erfolgreiche Nachzucht eine Rolle. Dazu zähle die Gruppenzusammensetzung, das Futter und die Jahreszeit, sagte Verbandssprecherin Linda Dommes. „Ob die Aufstallungspflicht die Brut begünstigt, ist fraglich.“

Die mit ihrem dünnen Daunenkleid fast nackt wirkenden Stralsunder Jungtiere werden derzeit mit Fisch, kleinen Stinten, gefüttert und künstlich aufgezogen. „Die Tiere sehen wirklich urig aus, eher wie kleine Flugsaurier“, sagte Deichfischer. „Aber aus so einem hübsch-hässlichen Jungtier wird mal ein wunderschöner großer Vogel.“ Voraussichtlich im Sommer, wenn der Nachwuchs selbstständig ist, soll er zur Gruppe gelassen werden.

Der Zoo hielt seit 1990 sechs Tiere, darunter zwei Weibchen. Erst im vergangenen Jahr wurde die Gruppe um drei Jung-Weibchen und ein Jung-Männchen vergrößert, so dass sich jetzt fünf Paare bilden können. Rosapelikane können etwa 50 Jahre alt werden und sind im Alter von fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif.

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