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Freitag, 24. November 2017 13° 2

Trend

Halloween knockt den Fasching aus

Bei Kostümierung und politischem Gehalt liegt der Karneval vorne. Aber beim Promi-Faktor zieht er den Kürzeren.
Von Sebastian Fischer, dpa

An Halloween tummeln sich Gruselgestalten auf den Straßen. Aber die Lust an Kostümierung ist stärker im Fasching ausgeprägt. Foto: dpa

Beide Spektakel wurzeln

in alten Bräuchen

Karneval (als letzte Sündhaftigkeit, ehe die vorösterliche Fastenzeit beginnt) und Halloween (Kurzform von „All Hallows’ Eve“, der Abend vor Allerheiligen) stehen in Verbindung mit christlichen Feiertagen. Doch gab es auch heidnische Feste, die beiden ähnelten; bei den Germanen und den britischen Kelten. Was war früher? Kann nicht ohne Zweifel geklärt werden, daher in Runde eins ein neutrales 1:1.

Maskierungen sind vor

allem im Fasching gefragt

Piratenhüte und andere Maskierungen gehen vor allem zu Fasching über den Ladentisch. Der Verband der Spielwarenindustrie errechnete für die Saison 2015/16 289 Millionen Euro Umsatz; nur zehn Prozent davon entfielen auf Halloween. Auch am Verhüllungswillen der Deutschen hapert es im Herbst; nach einer Umfrage 2015 verkleiden sich 6 Prozent an Halloween, an Fasching 14 Prozent. Die Führung liegt beim Karneval, 2:1.

Kritik an der Obrigkeit? An Halloween Fehlanzeige


Das Lieblingsziel der Karnevalisten war zuletzt US-Präsident Donald Trump. Politisch war Fasching eh und je. Mit den Garden wurden einst Soldaten auf die Schippe genommen. An Halloween sind politische Statements weniger bekannt. Karneval baut seinen Vorsprung aus, 3:1.

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Süßigkeiten gehören zu beiden Traditionen dazu

„Süßes oder Saures“ an Halloween und Kamelle in der Faschingszeit, zuckrig wird’s zu beiden Gelegenheiten. Für 2015 errechneten Marktforscher rund um den 31. Oktober 12 Millionen Euro Umsatz mit Süßem. Zu Karneval wird’s auch mächtig süß, am veränderten Umsatz ist das aber nicht so eindeutig ablesbar. Zucker hier, Zucker da, da gibt es keinen Gewinner, 4:2.

Der Kürbis toppt das „freche Früchtchen“

2016 wurde mit fast 87 000 Tonnen mehr als doppelt so viel Kürbis geerntet wie zehn Jahre zuvor. Das Deko-Gemüse enthält wenig Kalorien, dafür wichtige Nähr- und Ballaststoffe. An Karneval heißt es eher: Kamelle statt Knolle. Die Liebe zu Gemüse beschränkt sich meistens auf Kostüme nach dem Motto „freches Früchtchen“. Punkt für Halloween, 4:3.

Prominente haben an Halloween ihren Auftritt

Heidi Klum verkleidet sich gern für ihre Halloween-Partys. Durch die Klamottenkiste wühlen sich auch Steffi Graf und André Agassi. Zum Vergleich: Bei der Fastnacht in Mainz trat zuletzt Designer Harald Glööckler auf. Keine Frage: ein pompööser Punkt und der Ausgleich für Halloween, 4:4.

Vor der Horror-Nacht: viel Zeit zum Relaxen

An Fasching gibt es keinen gesetzlichen Feiertag, auch wenn in Karneval-Hochburgen aus Kulanz viele Menschen frei haben. Halloween hingegen bringt dieses Jahr viel Freizeit: Der 31. Oktober ist wegen des Luther-Jubiläums ein Feiertag. Mit diesem Relax-Punkt entscheidet Halloween den Schlagabtausch knapp mit 5:4 für sich. Zumindest in diesem Jahr.

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