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Samstag, 1. Oktober 2016 24° 3

Kommentar

Helfen, nicht ausgrenzen

Ein Kommentar von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

Psychische Erkrankungen gelten als ein Tabuthema. Betroffene möchten nicht, dass die Öffentlichkeit davon erfährt – gerade weil sie berufliche Nachteile fürchten müssen. Für Piloten dürfte in Zukunft bei einer solchen Diagnose die berufliche Existenz auf dem Spiel stehen. Denn nach der Germanwings-Katastrophe wird wohl sehr genau in jede Krankenakte geschaut. Aber wo wird die Grenze gezogen? Bei einem Burn out? Bei mittelschwerer Depression? Bei einer Psychose? Es wird keine leichte Aufgabe sein, hier einen gangbaren Weg für alle Beteiligten zu finden.

Denn nicht nur Piloten, sondern auch Zugführer, Lkw-Fahrer, Taxifahrer, ja im Grunde jeder, der Teil des Verkehrsgeschehens ist, kann zu einer Gefahrwerden. Auch Geisterfahrer nehmen Menschen mit in den Tod. Alexandra Freund ist so ein Beispiel. Die Tochter der TV-Moderatorin Petra Schürmann starb durch einen lebensmüden Autofahrer.

Der Abschlussbericht zur Germanwings-Katastrophe darf nicht dazu führen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen weiter ausgegrenzt werden. Nicht der Schutz der Gesellschaft, sondern die Hilfe für die betroffenen Menschen sollte deshalb im Vordergrund stehen – unabhängig davon, ob diese als Piloten, Vorstandsvorsitzende oder Fliesenleger arbeiten.

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