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Panorama
Montag, 20. November 2017 3

Mordprozess

Höxter: Angeklagter gesteht Teilschuld

Bislang hatte Wilfried W. alle Schuld von sich gewiesen. Jetzt gibt er in einem Fall unterlassene Hilfeleistung zu.

  • Mit der Aussage der psychiatrischen Gutachter setzt das Landgericht Paderborn den Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter fort. Foto: dpa
  • Der psychiatrische Gutachter Michael Osterheider Foto: dpa

Paderborn.Ein Anwalt mit Wutausbrüchen, ein Gutachter in Erklärungsnot und ein Angeklagter, der dem Experten widerspricht: Am 34. Verhandlungstag im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter wurde gestern heftiger als sonst um jedes Wort gekämpft.

Denn nach über einem Jahr Verhandlung am Landgericht Paderborn haben jetzt die Gutachter das Wort. Die Verteidigung kämpft heftig darum, die Bewertungen der Psychiater aufzuweichen, sofern sie negative Folgen für ihren Mandaten bei der Urteilsfindung haben könnten.

Ein Streifenwagen vor dem Haus in Höxter. Hier wurden mehrere Frauen gequält. Foto: Marcel Kusch/Archiv

Laut einem dem Gericht bereits vorliegenden vorläufigen Gutachten von Michael Osterheider ist der 47-jährige Angeklagte Wilfried W. nicht nur voll schuldfähig. Der Professor der Uni Regensburg schätzt ihn auch für die Allgemeinheit als gefährlich ein, und er zeige sadistische Züge. Der Gutachter spricht sich für eine Sicherungsverwahrung aus. Nach seiner Ansicht hat Wilfried W. einen Hang zu gravierenden Straftaten. Wilfried W. soll gemeinsam mit der mitangeklagten Angelika W. über Jahre hinweg Frauen in ein Haus nach Höxter in Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien. Wilfried W. und Angelika W. sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Pflichtverteidiger Detlev Binder ließ den Gutachter überraschend als Zeugen aussagen. Der Verteidiger griff den Gutachter an wie in einer US-Anwaltsserie. Nach Darstellung von Osterheider hat der Angeklagte in den ausführlichen Gesprächen mit ihm eine Teilschuld eingeräumt. Binder warf dem Professor der Uni Regensburg nach seiner Aussage „grob schlampige Arbeit“ vor und lehnte ihn als Gutachter ab. (dpa)

Lesen Sie auch: Wilfrieds Wahrheit im „Horrorhaus“

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