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Panorama
Montag, 25. September 2017 20° 3

Unwetter

„Irma“ zieht weiter in Richtung Alabama

Der Hurrikan wurde zum Tropensturm herabgestuft, bleibt aber gefährlich. Drei Menschen kamen gestern in Georgia ums Leben.

Miami.Der verheerende Hurrikan „Irma“ ist am Montag zum tropischen Sturm herabgestuft worden. Der Sturm bewegte sich am Montag weiter Richtung Norden und brachte schwere Regenfälle und heftigen Wind nach Georgia und South Carolina.

Mindestens drei Menschen starben.

Am Montag richteten sich einmal mehr bange Blicke an die Ostküste Floridas und die weiter nördlich gelegenen Küsten der Staaten Georgia und South Carolina. Fernsehbilder zeigten, wie „Irma“ Wassermassen hüfthoch in die Stadt Jacksonville in Florida drückte. Den Angaben zufolge müssen auch Küstenorte Orte wie Savannah oder Charleston mit Fluten rechnen.

Über Festland schwächen sich Hurrikane ab, weil sie keine neue Energie mehr ziehen können. Das Hurrikanzentrum stuft den Sturm dann offiziell herunter. Die niedrigere Einstufung gilt vor allem für Windgeschwindigkeiten, der Sturm bleibt aber allein wegen der Wassermaßen potenziell weiter gefährlich.

Nach einer ersten Bilanz hat der Wirbelsturm in Florida mindestens drei Menschen in den Tod gerissen.

Die U.S. Air Force flog am Sonntagabend insgesamt 300 Ärzte und Krankenschwestern nach Orlando:

Das ist bisher passiert:

Der Hurrikan „Irma“ hat den US-Staat Florida mit voller Wucht erfasst. Der Wirbelsturm zog am Sonntagmorgen (Ortszeit) zunächst mit extrem starken Böen und schweren Regenfällen über die vorgelagerte Inselgruppe Florida Keys hinweg, traf dann etwas weiter nördlich an der Westküste des US-Bundesstaates erneut auf Land und zog dann etwas östlicher als erwartet weiter, wie der US-Wetterdienst mitteilte.

Schwerste Schäden drohen fast im gesamten Bundesstaat, das genaue Ausmaß ist noch nicht erkennbar. Mehr als fünf Millionen Haushalte waren in der Nacht zum Montag ohne Strom. US-Präsident Donald Trump kündigte an, möglichst bald nach Florida reisen zu wollen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. Mehr als 12 000 Flüge von und nach Florida wurden abgesagt.

Im Video – „Irma“ entwickelte unglaubliche Kräfte:

Der Sturm brachte an beiden Küsten weitreichende Überflutungen, so zeigten Fernsehbilder beispielsweise Überschwemmungen in der Innenstadt von Miami. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wurde Irma zwar von der zweithöchsten Kategorie 4 zunächst auf Kategorie 3 und dann auf Kategorie 2 herabgestuft, an Gefährlichkeit büßte der Sturm aber nichts ein.

Lesen Sie auch: Mit dem Hurrikan kommen die Fakes.

„Harvey und Irma haben viele zornige Geschwister, welche darauf warten, die Menschheit heimzusuchen.“

Hans Joachim Schellnhuber (Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung) warnt vor weiteren Wirbelstürmen

Am Sonntagmorgen Ortszeit hatte „Irmas“ Auge mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern die Inselkette Florida Keys erreicht. Dort hieß es vielerorts „Land unter“. Später am Tag entwickelten sich an der Ostküste allein binnen einer Stunde sechs Tornados, wie der nationale Wetterdienst berichtete. Mit weiteren Wirbelstürmen müsse gerechnet werden. In Miami brachen mindestens zwei große Baukräne im Sturm zusammen, meldete der „Miami Herald“. Wie der Sender ABC in Florida berichtete, starben am Sonntagmorgen (Ortszeit) drei Menschen bei vom Wetter mitverursachten Verkehrsunfällen.

„Das Schlimmste kommt, wenn das Auge durchgezogen ist – dann kommt das Wasser.“

Ein CNN-Meteorologe

Nach jüngsten Prognosen sollte der Hurrikan weiter westlich vor der Küste Floridas nordwärts ziehen, allerdings nicht so weit westlich wie zuletzt angenommen. So stieß das Auge des Sturms am Sonntagnachmittag (Ortszeit) südlich der Stadt Naples aufs Festland. Am Flughafen der Stadt sei eine Böe mit 229 Stundenkilometern gemessen worden, teilte das US-Hurrikanzentrum mit. Zudem stieg der Spiegel des Ozeans vor Naples innerhalb von nur 90 Minuten um mehr als zwei Meter an.

Vorher-Nachher-Bild: Irma verkleinert die Karibikinsel Turks und Caicos:

Das Problem: „Irma“ ist breiter als die Halbinsel Florida. Abgesehen von heftigem Regen führte das gigantische Wettersystem so zu einer kuriosen Situation: Auf seiner „rechten“ Seite, also an der Ostküste, sorgte der riesengroße Wirbel für erste Überflutungen, so in Miami. Auf Bildern und Videos war zu sehen, wie sich Wassermassen durch die Innenstadt Miamis wälzen. An seiner „linken“ Seite drückte der Wirbelsturm das Wasser zunächst von der Westküste weg. Bilder zeigten leere Hafenbecken; andernorts hatte sich das Wasser meterweit von der Strandpromenade entfernt.

MZ-Korrespondent Thomas Spang sieht in US-Präsident Donald Trump einen „Klimaleugner-in-Chief“. Lesen Sie hier seinen Kommentar zu den Lehren aus „Harvey“ und „Irma“:

Kommentar

„Klimaleugner-in-Chief“

Wenn es so etwas wie Karma gibt, hat Donald Trump mit seiner Entscheidung, das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen, viel Schlechtes davon erwischt. Erst...

Die Meteorologen warnten aber, dass das Wasser in einer Art gewaltigen Schaukelbewegung zurück an die Westküste kommen würde, während es im Osten dann abfließen würde. Von Fort Myers bis hoch nach Tampa bereiteten sich die dort verbliebenen Menschen auf das Schlimmste und bis zu 4,5 Meter hohe Sturmfluten vor. „Das Schlimmste kommt, wenn das Auge durchgezogen ist - dann kommt das Wasser“, sagte ein Meteorologe bei CNN.

Kürzlich gepflanzte Palmen liegen in Miami (USA) entwurzelt quer über einer Straße. Foto: Wilfredo Lee/AP/dpa

In Florida waren zuvor mehr als 6,5 Millionen Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Das entspricht rund 30 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates - es war eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte der USA. Weit über 100.000 Menschen harren in Notunterkünften aus.

Auch in benachbarten Bundesstaaten Floridas wurde der Notstand ausgerufen. Für einige Gebiete im Süden von Georgia galten Hurrikanwarnungen. In Alabama mobilisierte Gouverneur Kay Ivey vorsorglich die Nationalgarde.

„Irma“ hält die Region bereits seit Tagen in Atem. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte der Sturm nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, einige Gebiete gelten als unbewohnbar. Schwere Schäden gab es unter anderem auf den Inseln Barbuda, Saint-Martin, Saint-Bartélémy sowie den Jungferninseln. (dpa/afp)

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Im Video –diese Route nahmen Irma & Co.:

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