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Panorama
Samstag, 18. November 2017 5

Verkehr

Köln beschließt Rückzahlung von Geld aus Blitzer-Panne

Im Hickhack um die sogenannte Blitzer-Posse von Köln ist eine Lösung gefunden. Die zu Unrecht geblitzten Autofahrer sollen ihr Geld zurückbekommen.

  • Autos fahren auf der Autobahn 3 am Dreieck Heumar in Köln an einer Blitzeranlage vorbei. Foto: Marius Becker
  • Eine Geschwindigkeitsmessanlage der Polizei. Foto: Patrick Seeger/Archiv
  • Mit einer mobilen Radarkontrolle können Polizisten Raser überführen. Kommt es bei der Messung jedoch zu Ungenauigkeiten, wird dies schwierig. Foto: Tim Brakemeier
  • Polizei testet EC-Zahlung von Strafen bei Verkehrsverstößen. Foto: Alexander Körner/Archiv
  • Ein Streifenwagen blitzt ein vorbeifahrendes Fahrzeug. Foto: Ronald Wittek/Archiv
  • Geschwindigkeitskontrolle in Köln. Archivbild Foto: Oliver Berg
  • Auf der A3 am Kreuz Heumar war 2016 etwa 400 000 Mal geblitzt worden - es fehlte aber ein entsprechendes Tempo-60-Schild. Foto: Oliver Berg

Köln.Der Kölner Stadtrat hat den Weg freigemacht, um Hunderttausenden Autofahrern zu Unrecht kassierte Bußgelder zurückzuzahlen. Am Dienstagabend stimmte der Rat einem „freiwilligen Ausgleichsprogramm“ zu, mit dem die Betroffenen entschädigt werden können.

Um ihr Geld zurückzubekommen, müssen sie nun noch ein Online-Formular ausfüllen.

Ursache für die als Blitzer-Posse bekannt gewordene Panne war ein nicht richtig ausgeschildertes Tempolimit auf der A3 am Kreuz Heumar gewesen. An einer Stelle, an der statt 80 Kilometer in der Stunde 60 gelten sollte, war 2016 hunderttausendfach geblitzt worden. Es fehlte aber ein entsprechender Hinweis am Ende einer Baustelle. Das stellte das Kölner Amtsgericht nach der Klage eines Autofahrers fest.

Die Stadt Köln wollte daraufhin die zu Unrecht gezahlten Bußgelder zunächst über den sogenannten NRW-Gnadenerlass zurückzahlen. Dieser Weg war nach Ansicht der Bezirksregierung aber nicht zulässig. Stattdessen einigten sich die Behörden auf das „freiwillige Ausgleichsprogramm“. Auch aufgrund des Behörden-Hickhacks hatte der Fall deutschlandweit Schlagzeilen gemacht.

Kölns Stadtdirektor Stephan Keller räumte ein, man habe sich wegen der Rechtslage „mit einer Lösung des Problems durchaus schwer getan“. Um das Geld zurückzahlen zu können, brauche man aber eine Rechtsgrundlage. Das Ausgleichsprogramm könne die Betroffenen nun entschädigen - allerdings nur finanziell.

Alles andere - etwa Punkte in Flensburg zu tilgen oder ein Fahrverbot aufzuheben - liege nicht in der Macht der Stadt. Darüber könnten nur Gerichte entscheiden oder in Härtefällen die Bezirksregierung in einem sogenannten Gnadenverfahren.

Zunächst war von rund 400.000 geblitzten Fahrzeugen an der falschen Beschilderung die Rede gewesen. Am Dienstagabend stellte die Stadt klar, dass man nach weiterer Aufarbeitung nun von maximal 285.000 Fällen ausgehe.

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