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Panorama
Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Film

Mit der Rolle wechselt das Gewicht

In Hollywood ist voller Körpereinsatz Pflicht. Mal dick, mal dünn – die Darsteller müssen sich ihrer Rolle auch äußerlich entsprechend anpassen.
Von Philipp Seitz, MZ

Regensburg.Ein Schauspieler lebt seinen Job – und das oft mit vollem Körpereinsatz: Vom durchtrainierten Kraftpaket und Sexsymbol zum übergewichtigen Mafia-Paten kann es in Hollywoods Glitzer- und Glamourwelt ganz schnell gehen. Das beste Beispiel für eine derartige Verwandlung ist dem aus „Batman“ („Batman Begins“, „The Dark Knight“ und „The Dark Knight Rises“ bekannten britischen Darsteller Christian Bale (39) gelungen, der als Hollywoods König der Gewichtsveränderung gilt. Immer wieder wechselte er mit seiner Rolle auch sein Aussehen: Für den 2004 erschienen „The Machinist“ nahm er über 30 Kilogramm ab, um dann ein Jahr später mit Sixpack und 40 Kilogramm mehr auf den Rippen als athletischer Batman spektakulär über die Kinoleinwand zu fliegen.

Futtern für die perfekte Statur

Nun verkörpert er in seinem neuen Film „American Hustle“, der im Frühjahr 2014 in die deutschen Kinos kommen soll, einen fettleibigen Mafiosi – und musste erneut an seiner Statur arbeiten. Nach drei Monaten Kalorien-Genuss brachte der Brite 20 Kilogramm mehr auf die Waage. Er habe sich massenhaft von Donuts und Cheeseburgern ernährt, verriet der Hollywood-Star das Rezept für seine Zunahme. Damit steht er nicht alleine da: Daniel Craig, Darsteller von James Bond, musste für „Casino Royale“ beinahe zehn Kilogramm zunehmen, um die perfekte Statur für den britischen Geheimagenten mitzubringen. Gefordert war auch Mark Wahlberg, der im Film „Pain&Gain“ einen Ganoven verkörpert und sich für die Rolle einen runden Kugelbauch anfuttern musste.

Nur noch aus Haut und Knochen bestand dagegen Matt Damon, als er 1996 einen Heroin abhängigen Golf-Kriegsveteran verkörperte. Der 1,80 Meter große Schauspieler speckte für den Film „Mut zur Wahrheit“ von 81 auf 62 Kilogramm ab. Das Hungern lohnte sich aber für den Amerikaner, der mit dem Kinostreifen seinen Durchbruch feierte und zum umjubelten Star wurde. Doch für Damon soll es definitiv die letzte Radikaldiät gewesen sein. Ein zweites Mal würde er sich diese Strapazen nicht mehr antun, berichtete der Schauspieler und räumte ein, dass er für die Rolle zu weit gegangen sei. Während des Drehs habe er sich oft nicht wohlgefühlt: „Ich war ein Wrack“, gestand er.

„Gefährliche Angelegenheit“

Derartige gesundheitliche Auswirkungen kann Dr. Hildegard Koehler von der Universität Regensburg nur bestätigen: „Das schlechte körperliche Gefühl des Schauspielers ist nach einem derartigen Abhungern normal.“ Vor einer schnellen Abmagerung warnt sie: „Es kann zu einer Mangelernährung kommen, da zu wenig Vitamine und Eiweiße aufgenommen werden. Außerdem wird der Stoffwechsel beeinträchtigt und es ist ein Anstieg von Giftstoffen im Körpersystem zu verzeichnen.“

Doch auch bei einem bewussten Zunehmen setzen sich Schauspieler großen Gefahren aus: Zu hohe Insulinausschüttungen resultieren daraus. Zudem könnte der Cholesterinspiegel ansteigen und Blutgefäße verstopft werden. „Im schlimmsten Falle könnte dies zu einem Herzinfarkt führen“, erklärt Dr. Koehler. „Ernährungsextreme sind deshalb eine nicht ungefährliche Angelegenheit.“

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