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Panorama
Sonntag, 17. Dezember 2017 4

Verteidigung

Neuer Skandal bei der Bundeswehr

Ein Soldat soll zwei Soldatinnen auf einem Bundeswehrgelände in Schleswig-Holstein sexuell missbraucht haben.

Auf einem Truppenübungsübungsplatz im Kreis Plön sollen zwei Soldatinnen sexuell missbraucht worden sein. Foto: Christian Charisius

Panker.Auf einem Truppenübungsplatz in Schleswig-Holstein sollen zwei Soldatinnen sexuell missbraucht worden sein. Die Polizei bestätigte entsprechende Medienberichte.

Ein 29 Jahre alter Soldat sei in der Nacht zum Freitag in Gewahrsam genommen worden. Alle drei seien alkoholisiert gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft prüfte, ob Haftbefehl erlassen wird.

Nach einer Übung auf dem Truppenübungsplatz Todendorf in der Gemeinde Panker nahe der Ostsee hatte es ein Trinkgelage gegeben. Die Frauen sind 18 und 22 Jahre alt. Sie sind nach Angaben der Kieler Staatsanwaltschaft wieder in Rostock, woher sie kamen.

Feldjäger hätten den 29-Jährigen kurz nach Mitternacht festgenommen und der Polizei übergeben, sagte der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen zum Tatgeschehen lägen jetzt bei der Staatsanwaltschaft. Bei Verdacht auf solch schwere Delikte müsse die Bundeswehr die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft abgeben.

Zu welcher Waffengattung und Einheit der Tatverdächtige und die Opfer gehören, blieb offen - ebenso ihr Dienstgrad. Beim Bundesverteidigungsministerium in Berlin ist der Vorfall bekannt. Unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wollte sich ein Sprecher dazu aber nicht äußern.

KN-online berichtete, bei der Feier hätten sich auch Vorgesetzte betrunken. Nach Informationen von shz.de feierten Soldaten den Abschluss eines Lehrgangs.

Die Bundeswehr gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Im Zuge der öffentlichen Diskussion um mehrere Skandale bei der Bundeswehr hat auch die Zahl der internen Beschwerden über sexuelle Belästigung, rechtsextreme Auswüchse und Fehlverhalten von Vorgesetzten massiv zugenommen. Wie das Verteidigungsministerium bereits im Juli mitteilte, war bis zum 9. Juli 2017 bei Meldungen zu Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung mit 127 erfassten Verdachtsfällen bereits das Vorjahresniveau von 128 Fällen erreicht.

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