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Panorama
Dienstag, 21. November 2017 7

Kriminalität

Polizei ermittelt gegen Weinstein

Dutzende Frauen werfen dem Filmproduzenten teils schwere sexuelle Übergriffe vor. Jetzt hat sich die Polizei eingeschaltet.

Immer mehr Schauspielerinnen werfen Filmproduzent Harvey Weinstein sexuelle Belästigung oder noch Schlimmeres vor. Foto: Guillaume Horcajuelo/EPA/dpa

Los Angeles.Die Polizei in Los Angeles ermittelt wegen Missbrauchsvorwürfen gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Ein mögliches Missbrauchsopfer sei von der Polizei befragt worden, sagte Polizeisprecher Sal Ramirez. Der Vorfall aus dem Jahr 2013 werde nun von den Ermittlern untersucht. Nähere Angaben zu dem möglichen Opfer machte der Sprecher zunächst nicht.

Der „Los Angeles Times“ zufolge soll es sich um eine 38-jährige Schauspielerin aus Italien handeln. Demnach soll die Frau, die auch als Model arbeitet, angegeben haben, 2013 in einem Hotel in Beverly Hills sexuell missbraucht worden zu sein. Die Frau wird von dem US-Anwalt Dave Ring in Los Angeles vertreten. Sie wollte vorerst anonym bleiben, hieß es.

Weinsteins Sprecherin Sallie Hofmeister reagierte am Donnerstag auf die neuen Vorwürfe. „Mr. Weinstein kann sich natürlich nicht zu anonymen Anschuldigungen äußern, aber er weist Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex eindeutig zurück“, heißt es in der Mitteilung.

Alter Fall wird neu aufgerollt

Mehr als 40 Frauen haben sich in den letzten Tagen mit Vorwürfen von sexuellen Belästigungen bis Vergewaltigungen gegen Hollywood-Mogul Weinstein (65) zu Wort gemeldet. Auch die Polizeibehörden in New York und London kündigten bereits an, Ermittlungen gegen Weinstein aufnehmen zu wollen. Die New Yorker Polizei wolle eine eigentlich bereits abgeschlossene Ermittlung gegen Weinstein aus dem Jahr 2004 neu aufrollen, hieß es.

Auch die Polizei in London erwägt nach britischen Medienberichten ein Ermittlungsverfahren gegen den Produzenten. Scotland Yard bestätigte kürzlich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die Polizei den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs prüfe, der von den Kollegen in Liverpool weitergeleitet worden sei. Es handele sich um einen Vorfall aus den 80er Jahren.

Das sagt Marianne Sperb zu dem Fall:

Kommentar

Das Schweigekartell

Mit jüdischen Witzen kommt man meiner Erfahrung nach ganz gut durchs Leben. Einer geht so: Sarah und Jakob liegen im Bett. Jakob wirft sich hin und her,...

Italienische Schauspielerin berichtet von Vergewaltigung

In dem am Donnerstag bekannt gewordenen Fall schildert die Frau der „Los Angeles Times“, dass sie Weinstein kurz bei einem italienischen Filmfest in Los Angeles gesprochen habe. Danach sei er „ohne Warnung“ in der Lobby ihres Hotels erschienen. Er habe auf ihr Zimmer kommen wollen, doch sie habe „nein“ gesagt. Er habe dann an ihre Tür geklopft und gesagt, er wollte nur mit ihr sprechen, sagte die Frau. Dann sei er „sehr aggressiv“ geworden. Er habe sie ins Badezimmer gezogen und dort vergewaltigt. „Als er ging, hat er so getan, als sei nichts passiert“, schilderte die Frau.

In dem Zeitungsinterview gibt sie weiter an, dass sie Angst gehabt habe, Weinstein bei der Polizei anzuzeigen. Sie habe aber einem Priester, einem Freund und einem Kindermädchen von dem Vorfall erzählt.

Der „Times“ zufolge ist die Frau in Italien als Schauspielerin und Model bekannt. Zur Zeit des angeblichen Vorfalls habe sie mit ihren drei Kindern in Italien gelebt, inzwischen lebe sie aber in Kalifornien.

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