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Panorama
Montag, 18. Dezember 2017 3

Prozess

Schlecker zahlt weitere vier Millionen

Der ehemalige Drogeriemarktkönig betont vor Gericht am Montag erneut, nicht mit einer Überschuldung gerechnet zu haben.

Anton Schlecker (M) mit seinen Kindern Meike und Lars. Während einer Sitzung des Bankrottprozesses um die Drogeriemarktkette Schlecker am 13. November teilten sie mit, dass sie vier Millionen Euro an den Insolvenzverwalter gezahlt haben. Foto: dpa

Stuttgart.Ex-Drogeriemarktkönig Anton Schlecker und seine Kinder haben weitere vier Millionen Euro an den Insolvenzverwalter ihrer 2012 untergegangenen Kette gezahlt. Dies teilten sie am Montag im Bankrottprozess vor dem Landgericht Stuttgart mit.

Die zusammen mit ihrem Vater angeklagten Kinder Lars und Meike steuerten je eine Million Euro bei, Schleckers Frau überwies auf Bitten ihres Mannes zwei Millionen Euro. Er selbst, sagte Anton Schlecker, habe durch die Insolvenz sein gesamtes Vermögen verloren.

Lars Schlecker sprach in einer persönlichen Erklärung von „Schadenswiedergutmachung“ – betonte aber zugleich erneut, noch kurz vor der Insolvenz „nicht im Geringsten“ mit einer Überschuldung gerechnet zu haben. Den beiden Kindern gehörte die Logistikfirma LDG.

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Kommentar

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Dass Anton Schlecker die Pleite seiner Drogeriemarktkette nicht kommen sah, ist schwer vorstellbar. Seit Jahren war die Firma immer tiefer in die roten...

2013 hatte die Familie schon einmal gut zehn Millionen Euro an den Insolvenzverwalter gezahlt. Das Geld fließt in die Insolvenzmasse, insgesamt haben die Gläubiger inzwischen mehr als eine Milliarde Euro an Forderungen angemeldet. Einen Teil davon will der Verwalter über Schadenersatzklagen gegen einstige Lieferanten eintreiben.

Schlecker hatte Anfang 2012 Insolvenz angemeldet, seit März steht der einstige Chef vor Gericht. Unter anderem wird ihm vorgeworfen, im Angesicht der Zahlungsunfähigkeit noch Geld aus dem Unternehmen gezogen zu haben – was Anton Schlecker abstreitet.

Zuletzt hatte das Gericht das Verfahren in einigen Punkten eingestellt und damit die Liste der Vorwürfe ein Stück kürzer gemacht. Für den kommenden Montag sind die Plädoyers geplant, das Urteil könnte dann wiederum eine Woche später am 27. November folgen. (dpa)

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